Harsche Kritik

Tod im Wasser: „Politik ist im Dauerschlaf!“

Niederösterreich
24.08.2023 06:05

Schwimmkurse können Leben retten. Entsprechende Angebote fehlen aber. In Anbetracht der vielen tragischen Ereignisse platzt einem prominenten Rettungsschwimmer nun der Kragen.

Immer öfter wird aus dem Badespaß eine Tragödie. Und angesichts der steigenden Zahl von Todesfällen im Wasser werden Forderungen nach Schwimmkursen immer lauter. „Immer weniger Menschen können schwimmen. Bei den Erwachsenen ist jeder Zehnte ein Nichtschwimmer. Und sogar jedes dritte Kind ist betroffen“, rechnet Markus Wieser vor. Der Präsident der Arbeiterkammer in NÖ weiß, wovon er spricht: Er ist schließlich selbst aktiver Rettungsschwimmer.

Und als solcher will er die politischen Sonntagsreden zu dem brisanten Thema nicht mehr länger unwidersprochen lassen: „Es mag schon sein, dass durch die Hitzewelle die Unfallzahlen auch beim Baden steigen. Doch die Ursache des Problems liegt woanders.“

„So früh wie möglich!“
Bereits vier Jahre ist es her, dass wegen der damaligen Häufung von Unglücksfällen die Arbeiterkammer mit der Wasserrettung auf Missstände bei der Schwimmausbildung aufmerksam gemacht hat. Die Conclusio: Kinder müssen in der Schule schwimmen lernen – so früh wie möglich! „Wir haben rasche und nachhaltige Maßnahmen gefordert“, so Wieser. Seine ernüchternde Bilanz: „Seit damals schieben sich Unterrichts- und Sportministerium die Verantwortung zu und tun nichts.“

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Kinderschwimmkurse von AK und Wasser- rettung sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ändern wird sich erst etwas, wenn die Politik aus ihrem Dauerschlaf aufwacht.

Markus Wieser, AKNÖ-Präsident und Rettungsschwimmer

Eine alte Idee...
Schwimmunterricht sei zwar im Lehrplan vorgesehen. „Aber nur nach Maßgabe der Möglichkeiten“, erklärt Wieser. Und gerade auf dem Land, wo es nicht in jedem Ort ein Bad gibt, sind einzelne Schwimmstunden kaum im Unterricht einzubauen. Daher schlägt Wieser vor: „Geblockte Sporttage sollten genutzt werden, um Schülern Schwimmkenntnisse beizubringen.“ Übrigens: Diese Idee hat Wieser bereits dem früheren Unterrichtsminister Werner Faßmann unterbreitet – vor mehr als drei Jahren!

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