Folge des Megabebens
Japan verbucht erstmals seit 1980 Handelsdefizit
Dadurch musste Energie teuer importiert werden. Gleichzeitig wurden Fabriken von Konzernen wie Toyota und Sony beschädigt. Gedrückt wurde der Export auch durch den starken Yen, der japanische Waren im Ausland verteuerte. In der Folge schrumpften die Exporte um 2,7 Prozent, während die Importe um zwölf Prozent anwuchsen und die Bilanz somit ins Negative drückten.
Land blickt schweren Zeiten entgegen
Experten sagen dem Land schwere Zeiten voraus. "Die Konkurrenz aus China, Südkorea und Deutschland belastet Japan", sagte Jesper Koll von der amerikanischen Großbank JP Morgan in Tokio. "Nach dem Erdbeben sind wir davon ausgegangen, dass das Handelsdefizit ein vorübergehendes Phänomen sein wird", sagte der Chefvolkswirt der schottischen RBS Securities, Junko Nishioka. "Aber seither haben wir einen Abschwung in Europa und in asiatischen Schwellenländern gesehen, sodass wir unsere Einschätzung geändert haben."
Auf die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft der Welt kommen in den nächsten Jahren große Probleme zu. Mit einem Schuldenberg von mehr als dem Doppelten des jährlichen Bruttoinlandsproduktes ist Japan bereits jetzt das am stärksten verschuldete Industrieland der Welt. Der Verlust an Wettbewerbsfähigkeit erschwert die Haushaltssanierung. Die Bevölkerung ist zudem überaltert, was hohe Kosten für das Sozial- und Gesundheitssystem zur Folge hat.
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