Riesenauge im All

ESO-Teleskop VISTA liefert Infrarot-Bild des Helixnebels

Wissen
19.01.2012 20:30
Eine höchst spektakuläre Aufnahme haben Astronomen jetzt mithilfe des sogenannten VISTA-Teleskops am Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile gemacht. Das, was wie ein gigantisches Auge im All aussieht, ist der rund 700 Lichtjahre von der Erde entfernte, im Sternbild Wassermann gelegene Helixnebel.

Die Infrarot-Aufnahme von VISTA (die Abkürzung steht für Visible Infrared Survey Telescope for Astronomy) zeigt Fasern aus kaltem Gas, die bei Aufnahmen im sichtbaren Licht verborgen bleiben, sich hier jedoch deutlich von einem reichhaltigen Hintergrund aus Sternen und Galaxien abheben.

Letztes Stadium eines Roten Riesen
Das außergewöhnliche Objekt entstand in den letzten Stadien des Lebens eines sonnenähnlichen Sterns, eines sogenannten Roten Riesens: Bevor ein solcher Stern zu einem Weißen Zwerg (als kleiner blauer Punkt in der Bildmitte sichtbar) wird, verliert er die äußeren Teile seiner Atmosphäre, die langsam in das umgebende Weltall strömen und so den schalenartigen Nebel bilden.

Der Nebel, dessen Hauptring einen Durchmesser von etwa zwei Lichtjahren hat, ist ein komplexes Gebilde aus Staub, ionisierten Teilchen und molekularem Gas, die ein vielschichtiges blütenförmiges Muster bilden, welches von der intensiven UV-Strahlung des Weißen Zwerges im Zentrum zum Leuchten gebracht wird. Insgesamt erstreckt sich der Helixnebel mehr als vier Lichtjahre weit vom Zentralstern aus ins All. 

Spiegeldurchmesser von 4,1 Meter
Möglich wurde die Aufnahmen dank der hochempfindlichen Infrarot-Detektoren von VISTA (Bild 2), die das im visuellen Bereich kaum sichtbare schwache Glühen des dünnen Gases nachweisen können. Die Weitwinkelkamera des Teleskops, dessen Spiegel einen Durchmesser von 4,1 Meter hat, wiegt drei Tonnen und verfügt über insgesamt 67 Megapixel in 16 Infrarot-Detektoren. Um die Aufnahmen nicht durch die eigene Infrarot-Strahlung zu stören, muss die Kamera dabei auf minus 200 Grad Celsius gekühlt werden.

Österreich seit Juli 2008 ESO-Mitglied

Die ESO wurde im Jahr 1962 gegründet, um auch europäischen Astronomen Beobachtungsmöglichkeiten am Südsternhimmel zu verschaffen. Sie zählt 15 Mitgliedsstaaten, zu denen seit dem Juli 2008 auch Österreich zählt. Heuer feiert die ESO, die die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt ist, das 50-jährige Jubiläum ihrer Gründung.

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