18.01.2012 15:35 |

Straffer Crossover

Überraschend und sportlich ausgelegt: Subaru XV

Wenn das mal kein Super-Jahr für Subaru wird: Im Frühsommer kommt das heiße Hecktriebs-Coupé BRZ, im Herbst der neue Impreza und schon jetzt im Februar der XV, das erste Kompakt-SUV des Allrad-Pioniers. Der drängt sich in das Segment rund um den VW Tiguan und spricht vor allem Leute an, die Subaru bisher nicht auf dem Schirm hatten.

Der XV sieht für einen Subaru ungewöhnlich modern aus und fährt sich auch so. Es ist kein Zufall, dass der XV den österreichischen Journalisten am Wachauring in Melk vorgestellt wurde, sein Fahrwerk ist ausdrücklich straff abgestimmt und orientiert sich am BMW X1. An der Vorderachse reduzieren zusätzliche Zugstufenfedern Wankbewegungen des Fahrzeugs, was gut ist für die Kurvenstabilität. Die elektrische Servolenkung ist dazu passend sehr präzise, das Schaltgetriebe etwas weniger – wobei es sich bei den Testfahrzeugen um Vorserienmodelle handelte. Da wird bei den Serienfahrzeugen hoffentlich noch etwas Feinschliff zum Tragen kommen.

Bei den schnellen Runden am Wachauring fielen eigentlich nur zwei Dinge störend auf, nämlich die wenig Seitenhalt bietenden Ledersitze und das ESP, das sich zwar abschalten lässt, aber trotzdem ständig eingreift, wenn der Wagen ins Rutschen kommt (nur im Impreza lässt es sich komplett deaktivieren). Viele Fahrer werden diese beschützende technische Hand aber zu schätzen wissen, das Sicherheitsgefühl ist allgegenwärtig, nicht nur wegen der serienmäßigen neun Airbags und den fünf NCAP-Sternen.

"Symmetrischer Allradantrieb" serienmäßig
XV steht nicht für die römische Zahl 15, sondern für "Crossover Vehicle", d.h. der XV ist auch für Fahrten abseits der Straßen gedacht. Dafür bringt er mit 22 Zentimetern die klassenbeste Bodenfreiheit mit – und den Subaru-typischen permanenten "symmetrischen" Allradantrieb. Frontantrieb ist prinzipiell unter der Subaru-Würde auch wenn das nicht immer und überall durchgehalten wurde).

Vor allem der große Diesel ist großartig
Drei Motoren stehen zur Wahl, alle drei Boxer-Saugmotoren. Subarus Benzin-Boxer der dritten Generation hat jetzt 1,6 Liter Hubraum, leistet 114 PS und begnügt sich im Normschnitt mit 6,5 l/100 km. Zusätzlich zum Fünfgang-Schaltgetriebe hat er ein einzigartiges Untersetzungsgetriebe, das alle Gänge um 30 Prozent untersetzt. Das soll nicht nur im Gelände, sondern auch etwa im Hängerbetrieb hilfreich sein. Wahlweise ist für den Benziner ein stufenloses CVT-Getriebe erhältlich. Geschmackssache.

Die beiden Diesel leisten 109 bzw. 147 PS, das maximale Drehmoment von 310 bzw. 350 Nm steht schon bei 1.600/min. zur Verfügung. Vor allem mit dem stärkeren ist der XV bestens motorisiert, den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h absolviert das 1.435 kg schwere SUV in 9,3 Sekunden, maximal sind 198 km/h drin. Beeindruckend ist die Art und Weise, wie das Triebwerk zu Werke geht: Starke Kraftentfaltung und vor allem seidiger Sound kennzeichnen die Zweiliter-Maschine. Normverbrauch 5,6 Liter. Geschaltet wird hier ausschließlich manuell über sechs Gänge.

Viel Platz im hochwertigen Innenraum
Im Innenraum fühle ich mich gut und ansprechend aufgehoben. Die Materialien sind wertig, das Interieur zeichnet sich durch einige pfiffige Details aus - in den gehobenen Versionen beispielsweise durch Chromringe um die Heizungs- und Klimaanlagenbetätigung, die nachts rot leuchten. Der zentral angeordnete Bordrechner hält mehr oder weniger nützliche Informationen parat, die graphisch ansprechend aufbereitet werden - so lässt sich nach einem ESP-Eingriff feststellen, welche Räder einzeln abgebremst wurden. Für den Premium-Anspruch gibt es gepolsterte Oberflächen; andererseits fehlen auch im Spitzenmodell Merkmale wie eine Mittelarmlehne hinten oder ein Innenspiegel mit Abblendautomatik. Übrigens bietet der Innenraum großzügige Platzverhältnisse, und der Einstieg nach hinten ist dank großem Öffnungswinkel der Türen besonders einfach.

Der Preis ist beinahe koreanisch günstig: Ab 24.990 Euro ist der Benziner (1,6i classic) zu haben und ist dabei schon recht ansprechend ausgestattet, etwa mit neun Airbags, Klimaautomatik, Berganfahrhilfe und 17-Zoll-Alus. Topmodell ist der Subaru XV 2.0D exclusive um 34.990 Euro – da ist dann (außer Ledersitzen und Metallic-Lack) auch schon alles drin, was zu haben ist – bis hin zu schlüssellosem Zugangs- und Start-System und Navi mit Touchscreen-Schirm.

Kein klassischer Subaru – und gerade deshalb besonders interessant.

Warum?

  • Insgesamt sehr gelungen
  • Straff und präzise zu fahren

Warum nicht?

  • Keine taugliche Automatik (CVT ist ein No-Go)

Oder vielleicht …

  • … Mitsubishi ASX, Nissan Qashqai, VW Tiguan, Skoda Yeti und ähnliche Crossover-Modelle
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