Warnung in Russland

“Tschernobyl auf Rädern”: Furcht vor Atomtransporten

Ausland
16.01.2012 16:27
Angesichts geplanter Atommülltransporte durch Russland, die sich über Tausende Kilometer ziehen sollen, haben Umweltschützer vor einem "Tschernobyl auf Rädern" gewarnt. Denn sowohl der schlechte Zustand des Schienennetzes, als auch das unzureichend ausgerüstete Sicherheitspersonal mache die Transporte zu einer tickenden Bombe, hieß es am Montag.

Der Staatskonzern Rosatom wolle bis 2025 insgesamt 22.000 Tonnen an verbrauchtem Atombrennstoff mit Zügen von einem Kernkraftwerk bei St. Petersburg zu einem neuen Lager in Sibirien schicken, teilte die russische Organisation Ecodefense mit. Die etwa 300 Transporte würden auch 15 Großstädte entlang der Strecke, darunter Moskau und St. Petersburg gefährden, hieß es.

Große Gefahr durch "Programm atomarer Transporte"
"Die Gefahr des Atommülls, der schlechte Zustand der Gleise und das schlecht ausgerüstete Sicherheitspersonal machen aus den Zügen mit Atommüll geradezu ein "Tschernobyl auf Rädern", sagte Wladimir Sliwjak von Ecodefense. "Wir haben es nicht mit einem einmaligen Export von Atommüll zu tun, sondern mit einem Programm atomarer Transporte, das in den kommenden mehr als zehn Jahren die meisten russischen Gebiete betreffen wird." Die Organisation rief die Bevölkerung daher zu Protesten auf.

Das neue Atommülllager befindet sich in der für die Öffentlichkeit geschlossenen Stadt Schelesnogorsk gut 4.100 Kilometer östlich von Moskau und wurde erst vor Kurzem fertiggestellt. Bisher war das verbrauchte Spaltmaterial stets auf dem Gelände des Atomkraftwerks gelagert worden.

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