12.01.2012 09:46 |

Nach Jahrzehnten

Burma: Historischer Waffenstillstand mit Rebellen

Burmas Regierung hat mit der wichtigsten Rebellengruppe der ethnischen Minderheit der Karen einen historischen Waffenstillstand vereinbart. Eine Delegation der Regierung und Vertreter der Karen National Union (Bild) unterzeichneten am Donnerstag nach mehrstündigen Verhandlungen ein entsprechendes Dokument in Hpa-An, der Hauptstadt des Bundesstaates Karen. Der Konflikt zwischen den Karen und Burmas Machthabern ist einer der ältesten Bürgerkriege der Welt.

Seit der Unabhängigkeit des Landes von Großbritannien im Jahr 1948 ist die Beziehung der ethnischen Minderheiten zur Zentralregierung von Konflikten geprägt. Mehrere bewaffnete Gruppen kämpfen seit Jahrzehnten für mehr Rechte. Rund ein Drittel der 50 Millionen Einwohner des Landes gehört ethnischen Minderheiten an. Diese leben vor allem in den bergigen Grenzgebieten. Die Friedensgespräche mit der Karen National Union kamen unter Vermittlung von Hla Maung Shwe zustande, dem Gründer der Nicht-Regierungsorganisation Myanmar Egress.

Im November 2010 hielt die Militärregierung erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder Parlamentswahlen in dem international isolierten Land ab. Zwar wurden die Wahlen von der Opposition boykottiert und weithin als unfrei kritisiert, doch die neue zivile Regierung unter Präsident Thein Sein, einem ehemaligen General, überraschte Beobachter seither mit einer Reihe von vorsichtigen Reformen des politischen Systems. Teil dieser Bemühungen ist die Aufnahme von Friedensgesprächen mit den diversen ethnischen Rebellengruppen, die bereits zu ersten Erfolgen führten.

Burma "am Rande des Durchbruchs" zu Demokratie?
Die burmesische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi sieht ihr Land aufgrund der neuen Entwicklungen "am Rande des Durchbruchs zur Demokratie". Sie freue sich auf eine Zeit, in der Burma "die Grenzen seiner Demokratisierung ausweiten" werde, sagte Suu Kyi in einer am Mittwoch bei einer Preisverleihung der Asia Society in New York veröffentlichten Videobotschaft. Mit Hilfe aus dem Ausland könne der schwierige Weg zur Demokratie weitergegangen werden.

Die 66-Jährige will bei der für den 1. April geplanten Nachwahl zum Parlament in einem Wahlkreis nahe der ehemaligen Hauptstadt Rangun antreten. Ein Berater der burmesischen Präsidentschaft stellte Suu Kyi am Wochenende für den Fall ihrer Wahl zur Abgeordneten überraschend ein "angemessenes" Regierungsamt in Aussicht. Direkt nach der Parlamentswahl 2010 hatte die damalige Militärregierung Suu Kyi aus ihrem jahrelangen Hausarrest freigelassen, kurz danach gab die Junta die Macht an die Zivilregierung unter Präsident Thein Sein ab.

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