03.01.2012 14:02 |

Klischees definiert

Fairness-Kampagne für mehr Rücksicht auf Wiens Straßen

Eine von der Stadt Wien angekündigte Kampagne für mehr Fairness auf den Straßen der Bundeshauptstadt nimmt nun Gestalt an: So wurden die Grundlagen dafür im Rahmen eines Workshops mit Verkehrsorganisationen und mittels Befragungen von Verkehrsteilnehmern erarbeitet. Unter anderem wurden dort die Ursachen für negative Klischees im Straßenverkehr eruiert. Nun liegen erste Ergebnisse vor, wie es aus dem Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou hieß.

Als Gründe für negative Klischees wurden in den Arbeitsgruppen vor allem Unachtsamkeit, Rücksichtslosigkeit, Wettkampfdenken, Zeitdruck, Ablenkung, wie zum Beispiel durch das Handy oder Müdigkeit, sowie fehlerhafte Selbsteinschätzung genannt. Zu den weiteren Problemen zählt die Unkenntnis von Verkehrsregeln und Rechtslagen. Auch die missbräuchliche Verwendung bestimmter Räume wurde kritisiert - etwa Radfahrer, die auf Gehsteigen fahren, oder falsch parkende Autos.

"Es geht darum, Klischees aufzubrechen"
Zudem wurden in den Arbeitsgruppen auch gängige Klischees definiert. So gelten Fußgänger und Radfahrer zum Beispiel als unberechenbar. Sie könnten sich "alles erlauben", weil sie nicht verfolgt werden können, hieß es dabei unter anderem. Autofahrer würden sich "gewohnheitsmäßig" meist gleich und nicht angepasst verhalten - egal ob sie auf einer Hauptstraße oder einer Wohnstraße unterwegs seien. Motorradfahrer gelten als "wild".

"Es geht darum, diese Klischees aufzubrechen und für mehr Rücksichtnahme bei allen Verkehrsteilnehmern zu werben", erklärte ein Sprecher der Verkehrsstadträtin den Zweck der Kampagne. Ziel sei es, dass sich die Verkehrsteilnehmer in Wien sicherer fühlen. Eine Verbesserung der Gesamtsituation könne beispielsweise erreicht werden, wenn Verkehrsteilnehmer die Auswirkungen des eigenen Handelns auf andere reflektieren und wenn sie eine defensive, vernunftbetonte Rolle einnehmen und auf falsches Verhalten richtig reagieren würden.

Mehr Sensibilität, Rücksichtnahme und Fairness im Verkehr
An der Erarbeitung der städtischen Sensibilisierungskampagne sind unterschiedliche Gruppen beteiligt. So nahmen am Workshop etwa Verkehrsorganisationen wie ARBÖ, ÖAMTC, Verkehrsclub Österreich, IG Fahrrad, die Taxi-Innung oder auch Vertreter der zuständigen städtischen Einrichtungen teil. Auch Verkehrsteilnehmer wurden befragt, zudem wurde die Verkehrssituation in Wien analysiert.

Die Ergebnisse werden in einem weiteren Workshop zusammengefasst, der in den nächsten Wochen stattfinden soll. Das Resultat dient dann als endgültige Basis für die Entwicklung der Kampagne, mit der schließlich für mehr Sensibilität, Rücksichtnahme und Fairness in Wiens Straßenverkehr geworben werden soll. Plan ist, die Kampagne gemeinsam mit den beteiligten Organisationen umzusetzen.

Im Frühjahr soll das Endresultat zu sehen sein. Mit der Aktion sollen alle Verkehrsteilnehmer vom Rad- bis zum Autofahrer gleichermaßen angesprochen werden, wie im Rathaus betont wurde.

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