Nach anonymen Anschuldigungen gegen die Leitstelle Tirol wegen angeblich schlechter Arbeitsbedingungen gibt es nun ein Treffen zwischen Landesrätin Astrid Mair und LA Andrea Haselwanter-Schneider.
Bei der „Krone“ und Andrea Haselwanter-Schneider (Liste Fritz) hatten sich bekanntlich (ehemalige) Mitarbeiter der Leitstelle gemeldet, die die Arbeitsbedingungen dort heftig kritisierten. Wie berichtet, läuft auch eine anonyme Anzeige wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung gegen einen leitenden Mitarbeiter. Die Staatsanwaltschaft hat das Landeskriminalamt mit Ermittlungen dazu betraut – ein Ergebnis steht noch aus.
Landesunternehmen muss beispielhaft sein
LA Haselwanter-Schneider hat jetzt auf Einladung von Leitstellen-Geschäftsführer Bernd Noggler der Einrichtung einen Besuch abgestattet. „Ich habe dort klar gemacht, dass ich nicht das Gericht bin und die Unschuldsvermutung gilt. Aber eine Aufarbeitung der Vorwürfe ist absolut notwendig – nicht zuletzt deshalb, weil man in einem Landesunternehmen mit noch besserem Beispiel vorangehen muss“, sagte sie zur „Krone“.
Ich habe LR Astrid Mair vor Wochen alle Unterlagen übergeben. Bisher habe ich von ihr keine Antwort bekommen. So bin ich auf das Gespräch gespannt.
LA Andrea Haselwanter-Schneider, Liste Fritz
Eine Baustelle entschärft
Zur Sprache gekommen seien auch die beengten räumlichen Verhältnisse. Sie sind in einem Handbuch über angebliche Missstände in der Leitstelle angeführt. „Dieses Problem wurde von der Geschäftsführung eingestanden, es gibt fast nur ungeeignete Pausenräume“, sagt die Abgeordnete. Man habe sich inzwischen jedoch um zusätzliche Räumlichkeiten in einem neuen Gebäude unweit der Leitstelle umgesehen. Dort werden Büros und ein Schulungszentrum untergebracht. „Die Leitstellenmitarbeiter haben einen anstrengenden Job, endlich stehen Erholungsräume zur Verfügung. So ist zumindest eine Baustelle entschärft“, freut sich Haselwanter-Schneider.
LR Mair veranlasste Prüfung
Die Abgeordnete wurde von Landesrätin Astrid Mair (VP) für Freitag zu einem Gespräch zur Thematik eingeladen. „Ich habe eine umfassende Überprüfung veranlasst“, teilte Mair auf Anfrage der „Krone“ mit. Haselwanter-Schneider hatte der Landesrätin schon vor Wochen alle Unterlagen übergeben – bisher jedoch keine Antwort erhalten.
Die Geschäftsführung und der Betriebsrat der Leitstelle weisen alle Vorwürfe zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.