Di, 14. August 2018

Kippt Regelung?

12.12.2011 14:52

Studiengebühren nun auch für SPÖ immer vorstellbarer

Seit dem Wochenende scheint die Wiedereinführung der 2008 abgeschafften Studiengebühren wieder möglich. Die ÖVP ist ohnehin dafür, und auch bei der SPÖ ist nunmehr ein wahrer Reigen an Vorschlägen zu verzeichnen. Bei der Bevölkerung finden Studiengebühren laut einer aktuellen Umfrage jedenfalls eindeutig Zustimmung.

In der SPÖ gibt es zwar einen Parteitagsbeschluss gegen die Wiedereinführung von Studiengebühren, den will Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller im kommenden Jahr jedoch zu Fall bringen (siehe Infobox). Mehrere Landesparteien plädieren zudem für ein Modell, bei dem gut verdienende Akademiker im Nachhinein einen Studienbeitrag leisten. Das würde nach Schätzung der SPÖ rund 108 Millionen Euro jährlich bringen, Parteichef Werner Faymann zeigte sich jedenfalls gesprächsbereit. Von einer lediglich "schweigenden Mehrheit" für Studiengebühren bei den Sozialdemokraten, wie Burgstaller die Lage jüngst bezeichnete, kann somit nicht mehr die Rede sein.

ÖH: "SPÖ-Vorschläge undurchdacht"
Während sich ÖVP-Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle am Montag erfreut zeigte, "dass die SPÖ von ihrem kategorischen Nein abrückt und nun zu einer inhaltlichen Diskussion bereit ist", hielt die Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) mit Kritik an der Studiengebühren-Debatte innerhalb der SPÖ nicht hinter dem Berg: "Die Vorschläge sind nicht nur undurchdacht, sie wirken auch wie ein schlecht gewähltes Ablenkungsmanöver von der aktuellen Schulden- und Kürzungsdebatte", so Martin Schott (Fachschaftslisten, FLÖ) vom ÖH-Vorsitz.

Mehrheit der Österreicher für Studiengebühren
Bei der Bevölkerung hingegen scheinen Studiengebühren, eine soziale Staffelung vorausgesetzt, großen Anklang zu finden. In einer aktuellen Befragung des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung (IFT) sprechen sich 48 Prozent für Studiengebühren aus, 29 Prozent sind sogar in jedem Fall dafür. Die Zustimmung zu Studiengebühren habe zugenommen, erklärte Peter Zellmann vom IFT.

Auch bei den 15- bis 29-Jährigen, also den direkt Betroffenen, überwiege die Zustimmung: 34 Prozent sind für Gebühren mit sozialer Staffelung, 24 Prozent in jedem Fall für Studienbeiträge, 34 Prozent dagegen. Bei Personen mit Matura bzw. Uni-Abschluss liegt die Zustimmung bei insgesamt 75 Prozent, bei Personen mit niedrigem Haushalts-Netto-Einkommen bei 78 Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.