Kim provoziert USA

Nordkorea: "Atomprogramm geht rasch voran"

Ausland
30.11.2011 16:16
Das vom stalinistischen Diktator Kim Jong-Il geführte Nordkorea erzielt nach eigenen Angaben rasche Fortschritte bei der Produktion von schwach angereichertem Uran - und provoziert damit die USA, die von Nordkorea ein Ende der entsprechenden Bemühungen erwarten. Neben der Urananreicherung gehe auch der Bau des experimentellen Leichtwasserreaktors rasch voran, hieß es derweil aus Pjöngjang.

Die Forderungen der USA, die Anreicherung einzustellen, damit neue Gespräche über das Atomwaffenprogramm stattfinden könnten, ignoriert das Regime damit beharrlich. Nordkorea habe das souveräne Recht zur friedlichen Nutzung der Kernenergie für die Stromgewinnung, wurde am Mittwoch ein Ministeriumssprecher von den staatlichen Medien zitiert. Für eine neue Runde von Atomgesprächen mit den USA, China, Südkorea, Russland und Japan dürfe es keine Vorbedingungen geben, betonte der Sprecher.

Nordkorea veröffentlichte die Erklärung während eines Besuchs von US-Außenministerin Hillary Clinton in Südkorea. Ohne auf die Mitteilung direkt einzugehen, rief Clinton das Regime in Pjöngjang auf, sichtbare Schritte zum Abbau seines Atomprogramms zu setzen. Die Allianz mit Südkorea sei "noch nie stärker" gewesen, sagte sie in Pusan am Rande einer Konferenz über Entwicklungshilfe.

Clinton fordert von Kim "Denuklearisierung"
Zusammen mit ihrem Verbündeten erwarteten die USA, dass Nordkorea konkrete Maßnahmen tätige, um "Frieden und Stabilität sowie die Denuklearisierung zu fördern", sagte Clinton. Die US-Regierung befürchtet, dass das Programm zur Urananreicherung letztlich dem Bau von Atomwaffen dient. Für die Herstellung von Atomsprengköpfen muss das Uran in hochangereicherter Form vorliegen.

Vor etwa einem Jahr war die Existenz einer neuen Anlage zur Urananreicherung in dem nordkoreanischen Atomkomplex Yongbyon bekannt geworden. Nordkorea hatte dem US-Atomwissenschaftler Siegfried Hecker dort Hunderte Gaszentrifugen vorgeführt. Die weiteren Nuklearaktivitäten in Nordkorea lassen sich derzeit nicht überprüfen. Nach dem Abbruch der Sechs-Länder-Atomgespräche vor mehr als zwei Jahren hatte Nordkorea internationale Atominspekteure des Landes verwiesen.

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