In Innsbruck ging kürzlich die 15. Ausgabe des Tiroler Bautages über die Bühne. Im Mittelpunkt stand das Thema digitale Baueinreichung. Experten rechnen mit 30 Prozent weniger Wohnbau.
Spätestens mit der Künstlichen Intelligenz „ChatGPT“ sind vereinfachte Arbeitsprozesse und Digitalisierung in aller Munde. Zweiteres war das große Thema beim diesjährigen Tiroler Bautag, der unter der Moderation von Paul Tesarek in der Werkhalle der BAUAkademie in Innsbruck stattfand. „Wir haben uns in den letzten sieben Jahren äußerst positiv entwickelt, stehen aktuell allerdings vor großen Herausforderungen – Klimawandel, demografischer Wandel, Fachkräftemangel, strenge Kreditvergaberichtlinien und die Kostenentwicklung werden uns noch viel abverlangen“, sagte Landesinnungsmeister Anton Rieder.
Wir müssen andere Lösungen finden, denn wir können nicht jedes Jahr das Budget weiter nach oben schrauben.
Landesinnungsmeister Anton Rieder
Digitale Baueinreichung soll ab 2024 kommen
Er rechnete vor, dass sich die Branche laut Prognosen auf 30 Prozent weniger Wohnbau einstellen müsse. „Es gibt derzeit 700 bis 800 baureife Wohnungen, die aber nicht umgesetzt werden können, weil sie entweder den Deckel der Wohnbauförderung sprengen oder die Mieten unleistbar sind“, sagt Rieder. Angesichts dessen „müssen wir andere Lösungen finden, denn wir können nicht jedes Jahr das Budget weiter nach oben schrauben“.
Jetzt geht es darum, die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen, damit der Einstieg in diese Technologie gelingt.
Landesinnungsmeister Anton Rieder
Nach Gesprächen liegt Fokus auf Voraussetzungen
Eine dieser Lösungen soll mit 1. Jänner des kommenden Jahres auf Schiene gebracht werden. Die Rede ist von der digitalen Baueinreichung. Der Landungsinnungsmeister spricht in diesem Zusammenhang von einem „Meilenstein“. Vom Entwurf bis zum Bescheid können alle Unterlagen elektronisch eingereicht werden. Das verringere einerseits die Vorlaufzeiten für Wohnbauten und spare andererseits einiges an Kosten. „Nach zehn Jahren intensiven Drängens und vielen Gesprächen ist es uns endlich gelungen, so weit zu kommen. Jetzt geht es darum, die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen, damit der Einstieg in diese Technologie gelingt“, verdeutlicht Rieder.
Bei den Voraussetzungen ist - wie so oft - die Politik gefordert. Wirtschaftslandesrat Mario Gerber (ÖVP) versicherte im Zuge seines Vortrags, dass „wir bis zum 1. Jänner die Rahmenbedingungen für die digitale Baueinreichung schaffen. Mein Team und ich arbeiten hart daran, dieses Fundament zu erbauen und das Ganze auch rechtlich abzusichern“.
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