Teuerung macht vielen Familien zu schaffen, viele Schüler müssen hungrig in den Unterricht. Denn das Geld für ein Frühstück oder eine Jause ist oft nicht da. Ab Herbst soll es in allen 16 Volksschulen in Klagenfurt täglich ein gratis Frühstück geben. Die Volkshilfe stockt dafür den Betreuerstab auf 16 Mitarbeiter auf.
Der Breakfast-Club in der Landeshauptstadt Klagenfurt wird ausgeweitet, denn die Teuerungswelle belastet auch in Kärnten immer mehr Familien und Alleinerziehende. Da die Zahl der Kinder rasant steigt, die hungrig zum Unterricht kommen, wollen die Bildungsreferenten von Stadt und Land, Philipp Liesnig und Daniel Fellner, das Gratisfrühstück ab dem kommenden Schuljahr flächendeckend in allen Klagenfurter Volksschulen anbieten.
Caritasdirektor Ernst Sandriesser stellt fest, dass vor allem Familien mit mehreren Kindern armutsgefährdet seien. Das Geld für ein Frühstück und eine Jause fehle. Auch Schulausflüge oder eine Kinderbetreuung lasse die finanzielle Lage von Familien oft nicht zu. „Diese Situation ist für mich unerträglich. Dass Kinder in unserer Stadt hungrig in die Schule gehen müssen, ist nicht hinnehmbar. Alle Kinder sollen künftig die gleichen Startchancen haben“, betont Liesnig.
Ewald Wiedenbauer von der Volkshilfe hilft beim Breakfast-Club mit. „Das Projekt Breakfast gibt es bei uns schon seit 2018. Gut, dass damit jetzt weiter gegen Kinderarmut vorangegangen wird. Schon bisher gibt es ein gratis Frühstück in den Volks- und Mittelschulen in St. Peter und St. Ruprecht. Die Volkshilfe kauft das Gebäck ein und bringt es zur Schule. Der Schulwart sperrt früher auf, die Schulleitung hat jeweils zugestimmt. Zwischen 7 und 7.45 Uhr ist täglich Frühstück. Die Kinder streichen oft selbst ihre Brote. Auch Wurst, Käse und Obst liegen bereit. Im ersten Jahr kostet das 16.000 Euro“, erzählt Wiedenbauer.
Ab Herbst würden 16 Volksschulen in Klagenfurt in die Aktion aufgenommen, kündigt der Volkshilfe-Chef an. „Wir stocken die Mitarbeiter für das Frühstück kräftig auf. Die Schulddirektion muss immer zustimmen. Denn schulfremde Personen bringen das Gebäck. Bisher wurde es von den Schulkindern fantastisch angenommen. So wachsen sie noch besser zusammen. Das Projekt kostet aber Herbst zwar viel mehr. Es ist toll, dass es die Politiker und die Caritas möglich machen. Denn kein Schulkind soll mehr Hunger haben.“ Und Wiedenbauer geht sogar noch einen Schritt weiter.
Wenn die Voraussetzungen dafür gegeben seien, werde man die Initiative sogar auf ganz Kärnten ausdehnen, so Wiedenbauer. Dann werde in 216 Volksschulen gratis gefrühstückt. Landesrat Daniel Fellner ist zugleich auch Bildungsdirektor in Kärnten, kennt die Bedingungen also genau: „Auch die Volkshilfe leistet beim Kampf gegen die Kinderarmut ihren Teil.“
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