Kolumne

Marderbären können nicht springen

Vorarlberg
11.05.2023 10:25

Vorarlbergs Weitsprung-Hoffnung Oluwatosin Ayodeji hat sich dazu entschieden, ab August an die Universität von Cincinnati zu gehen. Dort wird der Goldmedaillengewinner der EYOF 2019 zu einem „Bearcat“. „Krone Vorarlberg“-Sportchef Peter Weihs hat sich einmal angeschaut, was es mit diesen Marderbären auf sich hat.

„Ich wollte studieren UND meinen Sport ausüben“, sagt Ländle-Weitspringer Tosin Ayodeji. „Das ist hier nur schwer möglich.“ Stimmt, zumindest dann, wenn man nicht der Typ für ein Fernstudium ist. „Zudem will ich etwas von der Welt sehen und das ist die perfekte Chance dafür.“

Darum setzt er nun zum Sprung über den Atlantik ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten an. Bei den „Bearcats“ - wissenschaftlich Arctictis binturong genannt und landläufig als Marderbären bezeichnet, handelt es sich um eine Raubtierart, die der Familie der Schleichkatzen angehört - möchte er in Cincinnati den nächsten Schritt seiner sportlichen Entwicklung machen. „Ich glaube, dass es für mich eine Chance ist, auch mal ein anderes Training zu machen.“

Es wäre dem Fußacher von Herzen zu wünschen, dass sein Karriereweg in Ohio weiter bergauf geht. Garantiert ist das aber keineswegs. Zwar beweist die Bregenzer 400-Meter-Spezialistin Anna Mager an der University of Tulsa gerade, dass sich der Gang in die US-College-Leichtathletik positiv auf die Leistung auswirken kann. Allerdings ist die 21-Jährige gefühlt die erste und einzige Ländle-AthletIn in den vergangenen zwanzig Jahren, bei der sich der Umzug in die Staaten positiv auswirkte.

Bleibt zu hoffen, dass Tosin in den USA nicht zu einem echten Bearcat wird - denn die werden als plump und kurzbeinig beschrieben, ihre Bewegungen sind langsam und bedächtig. Und Springen können sie gar nicht ...

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