Ein Vorarlberger Landwirt hat aus Versehen Gülle in einen Teich abgeleitet, wodurch etliche Fische und Krebse verendet sind. Nun musste er sich dafür am Landesgericht Feldkirch verantworten.
Ein Moment der Unachtsamkeit – und die Folgen waren verheerend: Hunderte Tiere mussten sterben, nachdem große Mengen an Gülle in einen Teich im Vorarlberger Oberland gelangt waren. Nun stand der verantwortliche Landwirt vor Gericht.
„Ich hätte genauer schauen sollen. Ich war nachlässig“, räumte der Beschuldigte offen ein. Laut Anklage wurden von September bis Anfang Oktober des vergangenen Jahres durch falsch verlegte Rohre erhebliche Mengen an Jauche in das Gewässer geleitet. Die Folgen für das Ökosystem waren dramatisch: 416 Steinkrebse und 15 Bachforellen verendeten.
Ich hätte genauer schauen sollen. Ich war nachlässig.
Der reuige Landwirt
Richter stimmte Diversion zu
Vor Gericht zeigte sich der Mann geständig und reumütig. Da der Landwirt bisher strafrechtlich unbescholten war und betonte, die volle Verantwortung für sein fahrlässiges Handeln zu übernehmen, zeigte sich Richter Alexander Wehinger milde. Er stimmte einer diversionellen Erledigung zu. Die Geldbuße wurde mit 750 Euro festgesetzt. Noch im Gerichtssaal setzte der 41-Jährige ein Zeichen: Dem Obmann des Fischereivereins übergab er 500 Euro als Teilzahlung des geforderten Schadenersatzes von insgesamt 1500 Euro.
Wer zahlt das Gutachten?
Trotz seiner mehrfachen Entschuldigung – „Mir tut die Sache wirklich sehr, sehr leid“ – könnte dem Landwirt das Versehen allerdings noch deutlich teurer kommen. Denn die eigentliche Rechnung hat es in sich: Für die Erstellung des Gutachtens fallen Kosten von rund 4160 Euro an. Ob der Landwirt diese Summe selbst tragen muss oder seine Versicherung dafür aufkommt, ist derzeit noch offen. Auf Antrag der Verteidigung wurde deshalb ein Zahlungsaufschub von sechs Monaten gewährt.
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