Exporttag in Feldkirch

Der Boommarkt Indien als Hoffnungsschimmer

Wirtschaft
08.06.2026 18:59
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Der 11. Vorarlberger Exporttag im Feldkircher Montforthaus stand ganz im Zeichen des Wachstumsmarkts Indien. Keine Weltregion bietet derzeit so viele Potenziale wie der Subkontinent – auch Vorarlbergs Unternehmen möchten sich ein Stück vom Kuchen sichern.

Als exportorientierte Volkswirtschaft steht Vorarlberg vor großen globalen Herausforderungen – die erratische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump, die Konkurrenz aus China sowie der allgemeine Kostendruck und volatile Lieferketten sorgen bei den Unternehmen nun schon seit Jahren für große Sorgenfalten. Bis dato zeigt sich die Vorarlberger Exportwirtschaft trotz signifikanter Auftragsrückgänge noch immer vergleichsweise resilient. Das belegen auch die Zahlen: Das Ländle liegt bei der Handelsbilanz pro Kopf im bundesweiten Vergleich auf dem ersten Platz, jeder zweite Euro kommt aus dem Export.

Neue Allianzen schmieden und neue Märkte erschließen
Um diese Stärke auch in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten zu erhalten, ist es unumgänglich, neue Allianzen zu schmieden und sich bietende Gelegenheiten beim Schopf zu packen. „Für Vorarlberg als international ausgerichteten Wirtschaftsstandort sind Vernetzung, Wissenstransfer und Offenheit gegenüber globalen Chancen von zentraler Bedeutung“, erklärt Vorarlbergs Wirtschaftskammerpräsident Karlheinz Kopf.

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Mit dem Exporttag schaffen wir eine Plattform, die Unternehmen dabei unterstützt, Potenziale frühzeitig zu erkennen und neue Märkte zu erschließen.

WKV-Präsident Karlheinz Kopf

Indien: Wachstumsmarkt voller Chancen
Und genau an diesem Punkt hat auch der heurige Exporttag angesetzt. Besonders der Megamarkt Indien stand dabei im Fokus: „Indien ist mit einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von 6,6 Prozent die am stärksten wachsende Volkswirtschaft der G-20-Staaten. Das Land investiert jährlich rund 130 Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur. Diese enorme Modernisierungswelle bietet gigantische Potenziale für Zulieferer, Dienstleister und Technologieführer aus Vorarlberg. Wer langfristig global erfolgreich sein will, muss sich jetzt mit dem indischen Markt auseinandersetzen“, betont der für den Subkontinent zuständige Wirtschaftsdelegierte Hans-Jörg Hörtnagl.

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Indien ist mit einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von 6,6 Prozent die am stärksten wachsende Volkswirtschaft der G-20-Staaten.

Hans-Jörg Hörtnagl, Wirtschaftsdelegierter

Bereits jetzt ist Indien für die Vorarlberger Unternehmen mehr als nur ein Nischenmarkt: In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Exporte nach Indien auf rund 150 Millionen Euro verdreifacht. Das Ende der Fahnenstange ist damit aber noch lange nicht erreicht. Bekanntlich steht ein Freihandelsabkommen zwischen den EU-Staaten und dem Subkontinent kurz vor dem Abschluss – ist dieses erst einmal ratifiziert, eröffnen sich durch den Wegfall von Zöllen noch einmal neue Möglichkeiten.

Paradeunternehmen in der Vorreiterrolle
Dass sich der Schritt auf den indischen Markt bezahlt macht, beweisen etliche Vorarlberger Leitbetriebe bereits jetzt eindrucksvoll. Unternehmen wie Getzner Werkstoffe, Alpla, die Julius Blum GmbH oder Doppelmayr sind seit Jahren erfolgreich im bevölkerungsreichsten Land der Erde aktiv. Mit eigenen Produktionsstätten, modernen Showrooms und dicht geknüpften Vertriebsnetzen bauen sie ihre Präsenz kontinuierlich aus und partizipieren so direkt am rasanten Wachstum. Seit Anfang 2025 ist zudem HENN mit einem eigenen Montagewerk für Kunststoffkupplungen in Chennai vertreten.

„Forum Indien“ in Dornbirn
Um das enorme Momentum optimal zu nutzen und das Vorarlberger Netzwerk gezielt zu stärken, findet am 3. Juli 2026 das „Forum Indien“ in Dornbirn statt. Im Fokus der Veranstaltung wird der erfolgreiche und nachhaltige Eintritt in diesen überaus dynamischen Markt stehen.

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