Mehrere Verletzte
Bürgermeister von Istanbul mit Steinen attackiert
Eine Woche vor den spannenden Präsidentenwahlen in der Türkei liegen die Nerven blank. Der Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu von der größten Oppositionspartei ist am Sonntag mit Steinen attackiert worden. Bei der Wahlkampfveranstaltung in der ostanatolischen Stadt Erzurum wurden mehrere Menschen verletzt.
Der Angriff ereignete sich, als Imamoglu vom Dach seines Wahlkampfbusses aus eine Rede hielt. Seine Partei verbreitete danach Bilder, auf denen Menschen mit Verletzungen am Kopf zu sehen waren. Imamoglu warf den Sicherheitskräften vor, absichtlich nichts unternommen zu haben. Es handle sich um eine Provokation. Er betonte, dass der Vorfall nichts mit den Einwohnern in Erzurum zu tun habe.
Innenminister Süleyman Soylu schrieb in einer ersten Reaktion auf Twitter: „Ekrem Imamoglu, der das Volk in Erzurum Provokateure nennt, ist selbst ein Provokateur.“ Der Angesprochene ist Politiker der größte Oppositionspartei CHP und unterstützt Präsidentschaftskandidat Kemal Kilicdaroglu beim Wahlkampf. Im Falle eines Sieges der Opposition soll Imamoglu Vizepräsident werden.
Oppositionschef an Wähler: „Bleibt ruhig“
Der Oppositionschef verurteilte den Angriff auf Twitter und rief seine Anhänger dazu auf, ruhig zu bleiben. Er warf der Regierung vor, mit der Mafia und Militanten zusammenzuarbeiten und sagte: „Ihr Ziel ist, den Menschen Angst zu machen und sie von den Urnen fernzuhalten.“ Umfragen sehen bei der Parlaments- und Präsidentenwahl am 14. Mai ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Erdogan und dem Oppositionsführer. Kilicdaroglu tritt als gemeinsamer Kandidat für eine Allianz aus sechs Oppositionsparteien unterschiedlicher Lager an. Gewinnt keiner der Kandidaten in der ersten Runde die absolute Mehrheit, kommt es am 28. Mai zu einer Stichwahl.
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