Kiew klagt an:

Russische Truppen greifen gezielt Wohnhäuser an

Ukraine-Krieg
02.05.2023 12:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die ukrainische Regierung hat den russischen Truppen vorgeworfen, gezielt Wohngebiete anzugreifen. Dabei handle es sich um eine Provokation aufgrund der geplanten Gegenoffensive. In Pawlohrad und Uman sind am Wochenende mehrere Menschen bei Raketeneinschlägen in Wohnhäusern ums Leben gekommen.

Die ukrainische Seite bestreitet, dass dabei militärische Ziele getroffen wurden. „Es gibt keinen Zweifel daran, dass sie (russische Truppen, Anm.) direkte Angriffe eben auf zivile Mehrfamilienhäuser oder Orte ausführen, an denen es viele Häuser der Zivilbevölkerung gibt“, sagte der Berater des Präsidentenbüros Mychajlo Podoljak in der Nacht zum Dienstag. Zudem wolle der Kreml testen, ob der Kriegsgegner in der Lage sei, den eigenen Luftraum zu schützen.

Wie berichtet, forderte ein Raketeneinschlag in einem Wohnhaus in der ukrainischen Stadt Uman am Freitag viele Todesopfer. Weitere Menschen wurden verletzt. Auch in der Stadt Pawlohrad im Gebiet Dnipropetrowsk haben russische Marschflugkörper schwere Schäden verursacht und mindestens zwei Menschen getötet. Am Montag sind laut ukrainischen Angaben mehrere Zivilpersonen bei Angriffen im Osten des Landes getötet oder verletzt worden. Außerdem seien wieder zahlreiche Gebäude beschädigt oder komplett zerstört worden.

Fehlende Munition?
Seit vergangenem Herbst attackiert die russische Seite die Ukraine verstärkt mit Raketen. Während der kalten Monate richteten sich die Angriffe vor allem gegen Objekte der Strom- und Wärmeversorgung. Laut Einschätzung britischer Geheimdienste wird die Munition Russlands aber knapp. Daher könnten keine entscheidenden Fortschritte mehr erzielt werden. Es komme zu internen Streitigkeiten, vor allem zwischen der Armee und dem Chef der Söldnertrupe Wagner, Jewgeni Prigoschin.

Russlands politische Führung verlange Erfolge auf dem Schlachtfeld, während die für die Logistik verantwortlichen Führungskräfte auf der Strecke blieben, hieß es aus London. Erst kürzlich wurde der russische Vizeverteidigungsminister Michail Misinzew entlassen, der acht Monate lang für die materielle und technische Versorgung der Armee zuständig war. Seine Aufgabe hat Generaloberst Alexej Kusmenkow übernommen, bisher stellvertretender Direktor der Nationalgarde.

Fast ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets (einschließlich der Halbinsel Krim) ist mittlerweile in russischer Hand. In der heftig umkämpften Stadt Bachmut sind es laut den Angaben der Angreifer rund 85 Prozent des Gebiets.

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