Die Personalsituation der Kinder- und Jugendhilfe spitzt sich immer weiter zu. SPÖ-Klubobfrau Manuela Auer befürchtet inzwischen dramatische Auswirkungen.
Rückblick ins Jahr 2011: Der dreijährige Cain stirbt an den Folgen schwerster Verletzungen, verursacht durch den Lebensgefährten seiner Mutter. Der damals 26-Jährige wird später wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Immer wieder taucht die Frage auf, warum die Zuständigen der Behörden nichts bemerkt, nicht früher eingegriffen haben.
„Damals gab es das eindeutige politische Bekenntnis, dass derartiges wie im Fall Cain nie wieder geschehen darf und die Jugendwohlfahrt mit entsprechenden Möglichkeiten und vor allem auch dem nötigen Personal ausgestattet sein soll“, berichtet SPÖ-Klubchefin Manuela Auer. Zwölf Jahre später sieht gerade die personelle Situation alles andere als rosig aus. „Es fehlt am nötigen Personal, denn es wurde verabsäumt, Stellen rechtzeitig nachzubesetzen“, wirft Auer der verantwortlichen Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne) vor.
Aufgrund von Überlastung der Mitarbeiter können auch Fehler bei der Fallbearbeitung nicht ausgeschlossen werden.
Manuela Auer
„Aufgrund der Arbeitsüberlastung der Mitarbeiter kann nicht nur keine ausreichende Präventionsarbeit geleistet werden, sondern auch Fehler bei der Fallbearbeitung sind nicht auszuschließen“, resümiert Auer.
Mitarbeitende kritisieren immer wieder, dass der präventive Arbeitsansatz zu kurz komme. Auch die knappen zeitlichen, personellen und finanziellen Mittel seien beanstandet worden. Ähnliche Kritik hatte unlängst auch der Kinder- und Jugendanwalt geäußert: Kernleistungen seien seit Dezember 2022 nicht mehr vollumfänglich erbracht worden. In Einzelfällen könne sogar eine Kindeswohlgefährdung nicht ausgeschlossen werden!
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