Man hat üblicherweise entweder eine gewisse Neugier in sich oder eine gewisse Höflichkeit, die einen dazu bringt, sich das Anliegen des Anrufers doch wenigstens anzuhören. Dennoch wäre es das Beste, derartige Gespräche sofort im Ansatz abzuwürgen. Denn diese Höflichkeit kann dich sehr viel Geld, Zeit und Nerven kosten. Keilerfirmen arbeiten mit psychologisch top-geschulten Callcenter-Mitarbeitern, die darauf spezialisiert sind, Menschen um den Finger zu wickeln, um ihr Ziel zu erreichen.
Mach dir einfach eines bewusst: Werbeanrufe sind ohne deine Zustimmung in Österreich nicht zulässig. Daher: einfach auflegen. Du kannst davor maximal noch nach dem Namen des Unternehmens fragen, das diese Anrufe durchführen lässt und diesen der Fernmeldebehörde bekannt geben. Es drohen Geldstrafen von bis zu 58.000 Euro.
Nicht auf Diskussionen einlassen
Die Gespräche beginnen oft mit einer Suggestivfrage wie „Sie wollen doch sicher im Lotto gewinnen?“ Und sie zielen darauf ab, den Angerufenen in eine Diskussion zu verwickeln. Nicht selten werden die Keiler dabei richtig aggressiv. Meist wird von deiner Zustimmung zum Vertragsabschluss ausgegangen: „Da wären Sie ja blöd, wenn Sie das nicht machen würden – so eine tolle Chance. Ich setze Sie gleich auf meine Liste, wenn Sie mir nur mehr Ihre Kontonummer zur Kontrolle ansagen?“
An diesem Punkt solltest du spätestens sofort auflegen. Keinesfalls die Kontodaten durchgeben, denn dann hast du verloren. Ist die Kontonummer einmal im Umfeld dieser Keiler festgehalten, dann werden die Daten immer wieder für unerlaubte Abbuchungen verwendet. Diese kannst du bei deiner Bank zwar zurückholen lassen, aber den Ärger und die Unsicherheit hast du trotzdem.
Niemals Zustimmung signalisieren
Findest du dich dennoch plötzlich inmitten eines solchen Gesprächs wieder, dann vermeide es, deine Zustimmung zum Ausdruck zu bringen. Auch auf harmlose Fragen, wie „Dann kann ich Ihnen das doch einfach per Post zuschicken?“ solltest du niemals mit „Ja“ antworten. Denn oft werden solche Gespräche auf Tonband aufgezeichnet und später zur „Beweisführung“ neu zusammengeschnitten.
Post aufmerksam durchsehen
Oft bekommst du nach einem solchen Anruf ein nach Werbeschreiben aussehendes Schriftstück, das einen Vertrag darstellt: „Wir gratulieren zu Ihrer Entscheidung, XY nun regelmäßig zu beziehen.“ In diesem Fall solltest du eingeschrieben sofort deinen Rücktritt erklären, da niemals ein gültiger Vertrag zustande gekommen ist. Bei Verträgen über Dienstleistungen beginnt die Rücktrittsfrist von sieben Tagen ab der ersten Leistung bzw. dem ersten Rechnungseinzug zu laufen. Bekommst du per Post oder Mail keine Bestätigung über den Vertrag, so beträgt die Rücktrittsfrist drei Monate.
Lotteriedienste sind nichtig
Kommen Verträge mit Lotterienanbietern übers Telefon zustande, dann sind diese seit April 2011 generell nichtig, da der Gesetzgeber auf diese neue Praxis rasch reagiert hat.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.