Keine Anklage in F

“‘Sex-Angriff” ist verjährt: DSK muss nicht vor Gericht

Ausland
13.10.2011 18:37
Ex- IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn muss in Frankreich nicht wegen eines Vergewaltigungsversuchs vor Gericht. Die Pariser Staatsanwaltschaft verzichtete am Donnerstag auf ein Ermittlungsverfahren gegen den 62-Jährigen, erkannte aber einen bereits verjährten "sexuellen Angriff" auf die Autorin Tristane Banon (Bild 2) an. Die 32-Jährige will nun mit einer Zivilklage gegen DSK vorgehen, der im Jahr 2003 wie ein "brünftiger Schimpanse" über sie hergefallen sei.

Die 32-jährige Banon hatte DSK, wie Strauss-Kahn in Frankreich genannt wird, im Juli angezeigt, weil er 2003 bei einem Interview versucht haben soll, sie zu vergewaltigen. Strauss-Kahn wurde nach seiner Rückkehr aus den USA Anfang September von der Polizei zu der brisanten Causa befragt. Dabei gab er nach Angaben der Ermittler eine "Annäherung" zu, allerdings ohne Gewaltanwendung. Ende September kam es dann zu einer Gegenüberstellung mit Banon, bei welcher sich der Ex-IWF-Chef laut der Schriftstellerin "arrogant" und "kalt" gezeigt habe.

Strauss-Kahn ortet Verleumdung
Die Staatsanwaltschaft erkannte einen "sexuellen Angriff" Strauss-Kahns auf Banon im Jahr 2003 an, eine solche Tat sei aber nach drei Jahren verjährt. Ein Vergewaltigungsversuch habe nicht nachgewiesen werden können, da die Beweise fehlten. Banon war erst Jahre nach der Tat an die Öffentlichkeit gegangen, da sie nach eigenen Angaben "Angst vor der Macht" von DSK hatte. Strauss-Kahn, der die 32-Jährige wegen Verleumdung anzeigte, warf ihr vor, den Vorfall erfunden zu haben.

Banon-Anwalt: "Nicht verurteilter sexueller Angreifer"
Banon hatte bereits Zivilklage angekündigt, wenn es nicht zu einem Ermittlungsverfahren kommen sollte. Dann muss ein unabhängiger Untersuchungsrichter den Fall noch einmal aufrollen. Ihr Anwalt bezeichnete DSK nach der Entscheidung der Staatsanwaltschaft am Donnerstag als "nicht verurteilten sexuellen Angreifer". Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft sei ein "erster Sieg" für seine Mandantin, erklärte David Koubbi. Sie zeige, dass die Akte Strauss-Kahn nicht leer und die Vorfälle nicht erfunden seien.

Weiterhin Zivilverfahren in den USA
Auch in den USA läuft noch ein Zivilverfahren gegen den früheren Hoffnungsträger der französischen Sozialisten. Das Zimmermädchen Nafissatou Diallo wirft Strauss-Kahn vor, sie im Luxushotel Sofitel zum Oralsex gezwungen zu haben. Das Strafverfahren stellte ein New Yorker Gericht Ende August ein, da es Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Opfers hatte. Einen kurzen sexuellen Kontakt sah die US-Justiz aber als erwiesen an.

Der sozialistische Politiker war Mitte Mai am New Yorker Flughafen JFK festgenommen worden und musste wenige Tage später als Chef des Internationalen Währungsfonds zurücktreten. Nach dem Ende des Strafverfahrens kehrte DSK nach Frankreich zurück, wo er in einem TV-Interview einen "moralischen Fehler" einräumte.

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