"Bedrohung Iran"

Anschlagspläne: US-Regierung gibt Terrorwarnung aus

Ausland
12.10.2011 09:07
Die angespannte Lage zwischen dem Iran und den USA spitzt sich zu. Angesichts des angeblich von Teheran geplanten Attentats auf den saudi-arabischen Botschafter in den USA hat Washington in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) eine Terrorwarnung herausgegeben. Der mutmaßliche Anschlagsplan deute auf eine "aggressive Hinwendung der iranischen Regierung auf Terroraktivitäten gegen Diplomaten" hin, darunter auch Angriffe in den Vereinigten Staaten, erklärte das US-Außenministerium.

Die US-Regierung hatte dem Iran - wie berichtet (siehe Infobox) - am Dienstag die Planung eines Attentats auf den saudi-arabischen Botschafter in den USA vorgeworfen. Das Justizministerium erklärte, dass gegen zwei iranische Staatsbürger Anklage erhoben worden sei. Teheran bezeichnete die Vorwürfe aus den USA unter anderem als "böse Verschwörung" und "schändliche Behauptung".

USA: "Iran zur Rechenschaft ziehen"
Für US-Präsident Barack Obama bedeuten die Pläne eine eklatante Verletzung des internationalen Rechts. Er bekräftige die Bereitschaft der USA, ihren Verpflichtungen nachzukommen und die Sicherheit der Diplomaten im Land zu gewährleisten. Der US-Regierung erklärte, der Iran müsse zur Rechenschaft gezogen werden.

Der Vorfall droht die Spannungen im Nahen Osten weiter zu verschärfen. Der Westen verdächtigt den Iran, an Atomwaffen zu arbeiten. Zudem konkurrieren Iran und Saudi-Arabien verstärkt um die Führungsrolle in der Region. US-Außenministerin Hillary Clinton drängte auf eine Verschärfung der im Atomkonflikt verhängten Sanktionen. Sie hoffe, dass der Vorfall bisher noch zögerliche Staaten dazu bewege, diesen Schritt nun zu tun.

FBI-Chef: "Viele wären gestorben"
Die USA werfen dem Iran vor, Anschlagspläne geschmiedet und die Attentäter angeheuert zu haben. Zwei Männer mit Verbindungen zur Regierung in Teheran hätten geplant, den saudi-arabischen Botschafter Adel al-Jubeir zu töten. In die seit Mai laufenden Pläne sollen auch Drogenkartelle in Mexiko verwickelt sein (siehe auch Story in der Infobox). FBI-Direktor Mueller (links im Bild mit Justizminister Eric Holder): "Auch wenn sich der Plan wie ein Drehbuch für einen Hollywood-Film liest, wären die Folgen sehr real gewesen und viele Menschen hätten ihr Leben verloren."

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