Nein. Nicht Lebensjahre - derer zählt er ein paar wenige mehr. Aber Rudi Treiber steht seit einem halben Jahrhundert auf der Bühne. Mit kritischen Texten, die jeder versteht.
Der gebürtige Joiser und Wahl-Neusiedler ist nicht nur Musiker. Er malt seit 15 Jahren, ist Buchautor und Olivenölproduzent in Griechenland – und das alles mit Herz und Leib und Seele.
Eine seiner Töchter hat es auf den Punkt gebracht: Alles was er anfasst, wird zu Gold.
Auch wenn das bei der Musik anfangs gar nicht so aussah, wie er selbst verrät. „Ich habe in der ersten Zeit nur Mundart gesungen und das wollte keiner hören“, schmunzelt er. Gerhard Bronner von der Wiener Fledermaus Bar wollte zwar bereits am Anfang seiner Karriere eines seiner Lieder, den kannte er damals aber nicht und verneinte.
Ich habe in der ersten Zeit nur Mundart gesungen und das wollte keiner hören.
Rudi Treiber
1973 dann der Anruf von Sigi Maron. Er selbst sei krank und Rudi müsse für ein Konzert einspringen. „Der Auftritt war in Maria Ellend. Alle haben Sigi erwartet und dann kam ich. Mit einem extrem schlechten Witz habe ich den Auftritt gestartet und vier Lieder gebraucht, bis die Buh-Rufe aufgehört haben“, lacht er. Zum Schluss habe er dann aber sogar Applaus geerntet.
Zuerst versuchte er es nach der Mundart mit englischen Texten, 1985 erschien dann seine erste Langspielplatte auf Deutsch. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Drei LPs, zwei Singles und 11 CDs gibt es mittlerweile von Rudi Treiber. Er stand bei Nova Rock schon genauso auf der Bühne, wie bei den Lovely Days.
Treiber ist ein „Textmusiker“. Texte machen seine Musik und die Inhalte sein Leben. Er ist ein musikalischer Rebell, der sich keinem Stil verschreibt. Dementsprechend verpackt er seine musikalische Kritik einmal in Reggae, dann wieder in Blues, Pop oder Rock. Wie er sich selbst sieht? „Ich bin lächelnder Provokateur und unerbittlicher Zyniker“, so Treiber.
Sein 50-Jahr-Jubiläum feiert das Urgestein am 29. April im Weinwerk in seiner Heimatgemeinde Neusiedl am See. Unterstützung bekommt er dabei neben seiner Band auch von seinem 17-jährigen Enkel, der zwei Lieder am Schlagzeug mit ihm spielen wird.
Wir gratulieren schon jetzt herzlich zum halben Jahrhundert Rudi Treiber!
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