Verwundete Sozialdemokratie. Die Verletzungen innerhalb der Sozialdemokratie - sie sind verheerend groß und gehen tief. Und das schon seit Jahren. In den vergangenen Wochen kamen etliche dazu. Und in den kommenden Wochen, so viel ist gewiss, werden noch zahlreiche weitere Verwundungen folgen. Allein, was heute „Krone“-Innenpolitikerin Ida Metzger von den Partei-Sitzungen am Wochenbeginn noch nachträgt: Da habe es, brachte sie in Erfahrung, hoch emotionale Debatten gegeben. Besonders aufgefallen sei, wie emotional der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig dem Parteivorsitz-Kandidaten Hans Peter Doskozil begegnet. Dabei seien sogar subtile Angriffe wegen dessen Stimmproblemen registriert worden. Bei Doskozil-Wortmeldungen habe der Bürgermeister, so wird es geflüstert, immer wieder nachgefragt „Wie war das jetzt? Ich habe es akustisch nicht ganz verstanden“. Auch sonst fliegen die Hackln tiefer denn je. Das wird bis zur SPÖ-Mitgliederbefragung von 23. April bis zum Parteitag am 3. Juni sicher nicht nachlassen. Zurück bleiben wird eine schwer verwundete Sozialdemokratie. Und die soll für Wähler noch attraktiv sein?
Kranke Bildung. Viel zu wenige Lehrer, Lehrpläne und Bildungsvermittlung wie vor Jahrzehnten, Orientierungslosigkeit im ganzen System: Ja, es zweifelt ohnehin kaum ein Lehrer, kaum ein Schüler oder Elternteil daran, dass das österreichische Bildungswesen nicht nur marode, sondern schwer krank ist. Und dann dieser Bildungsminister! Mittlerweile fällt Martin Polaschek ja im Gegensatz zu seinen ersten Amtsmonaten nicht mehr durch die „Mädchenfrisur“ (Zitat „Krone“-Postler Michael Jeannée) auf. Aber seine spärlichen öffentlichen Auftritte machen noch deutlicher, wie übel es um den ganzen Bildungssektor bestellt ist. Sein jüngstes misslungenes ZiB2-Interview passt in diese Serie. Aber wollen wir versuchen, das halbvolle Glas zu sehen: Die Misere schönreden - das tut er nicht. Oder treffender: kann er nicht.
Kommen Sie gut durch den Mittwoch!
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