GUTEN MORGEN

Ultimative Schlacht | Gulaschkommunist

Das Duell um die rote Spitze ist eröffnet. Pamela Rendi-Wagner gegen Hans Peter Doskozil - dieser Kampf hat Potenzial für eine große Schlacht; die ultimative Schlacht. Zwar beteuerte Herausforderer Hans Peter Doskozil gestern Abend in „Burgenland heute“, es müsse jetzt ein neues Auftreten beginnen und „wir müssen beweisen, dass wir nicht streiten“. Doch gleichzeitig versammeln die beiden Kandidaten ihre Heerscharen hinter sich. Gebuhlt wird um die Mehrheit unter den rund 140.000 Parteimitgliedern. Die Heimatbasis Doskozils ist gut: In seinem Bundesland, dem bevölkerungsärmsten Österreichs, zählt die SPÖ 12.000 Mitglieder. Zum Vergleich: Auf diese Zahl kommen Salzburg, Tirol und Vorarlberg gerade einmal insgesamt. Entscheidend wird aber wohl, wie die 35.000 Wiener Parteimitglieder abstimmen. Nicht anzunehmen, dass da alle dem Wunsch ihres Landesvorsitzenden Michael Ludwig folgen. Der Rendi-Wagner-Unterstützer gilt als einer der Verlierer der Woche. Er musste hinnehmen, dass Hans Peter Doskozil und die Länder eine Mitgliederbefragung durchsetzten. Und sollte Doskozil gewinnen, würde das einen massiven Machtverlust für die SPÖ Wien innerhalb der Bundespartei bedeuten. Aber aufgeben - das ist, wie wir wissen, weder Ludwigs, noch Doskozils, aber auch nicht Rendi-Wagners Sache.

Gulaschkommunist. Ja, Pamela Rendi-Wagner - die vielen als sympathisch und intelligent, aber wenig politisch geltende Spitzenpolitikerin hat, seit ihr das Amt vom glücklosen Christian Kern überlassen wurde, kaum Tritt gefasst - weil sie sich selbst verdribbelte, aber auch weil ihr der burgenländische Widersacher immer wieder ein Haxl stellte. Das geschah - zumindest in Rendi-Wagners Augen - hinterrücks. Nun ist Hans Peter Doskozil aber ganz offiziell auf die Bühne getreten. Der „Gulaschkommunist“ (Zitat „Neue Zürcher Zeitung“) will die Partei übernehmen. Die SPÖ-Mitglieder entscheiden nun, ob Rendi-Wagner die Nummer 1 der Sozialdemokraten bleibt oder Doskozil die Führung übernimmt. Bis zu dieser Entscheidung wird gekämpft. Und danach herrscht Frieden? Wieder einmal bemüht man den Spruch, besser sei ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Doch die SPÖ könnte es schaffen, beides zu liefern: ein Ende mit Schrecken und einen Schrecken ohne Ende.

Kommen Sie gut durch den Freitag!

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