19-Jährige erschlagen

Psychogramm nach Bluttat: Samuel war Zeitbombe

Oberösterreich
16.03.2023 18:45

19-Jährige mit Schneestange erschlagen! Jetzt ist das psychiatrische Gutachten über Samuel Z. - inzwischen auch 19 Jahre alt geworden - fertig. Und es gibt einen Einblick in die Psyche des Mühlviertlers, der offenbar eine Diagnose erfand und diese lebte. Die Zukunftsprognose: düster!

Gefährlich! So bezeichnet Gerichtspsychiaterin Adelheid Kastner im Gutachten Samuel Z., der in Bad Leonfelden seine Begleiterin Stefanie R. (19) aus Schwertberg mit einer Schneestange erschlagen haben soll. Und, was noch viel brisanter ist: „Der Verdächtige ist laut Gutachten nicht schizophren und war es auch nie“, sagt Ulrike Breiteneder von der Linzer Staatsanwaltschaft. Doch genau das hatte Samuel Z., der in der Anhaltung seinen 19. Geburtstag hatte, seiner Familie, den Ermittlern und auch dem Pflichtverteidiger immer weismachen wollen. „Er nimmt deshalb auch Tabletten“, hatte die Mutter der „Krone“ berichtet.

Doch diese Diagnose hat sich Samuel wohl zurechtgelegt und auch „gelebt“, zumindest gerne und jedem davon berichtet. Und auch als Grund vorgebracht, warum er nach dem Abbruch einer ersten Ausbildung seine Lehre als Mechaniker aufgegeben hatte und im AMS-Langzeitkrankenstand war.

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Der Verdächtige war vor dieser Tat unbescholten. Er hat an seiner Verantwortung bisher nichts geändert, ist geständig. Das Ergebnis der Spurensicherung und das gerichtsmedizinische Gutachten sind noch nicht eingetroffen.

Ulrike Breiteneder, Staatsanwaltschaft Linz

Nachweislich wurde vor der Tat bei ihm eine Angststörung diagnostiziert, aber keine Schizophrenie. „Laut Gutachten ist der Beschuldigte zurechnungsfähig“, sagt Breiteneder, die Staatsanwaltschaft hat bereits die Verlegung des Mühlviertlers, der im Nachbarort des Opfers lebte, von der forensischen Abteilung im NeuromedCampus in Linz in die normale U-Haft beantragt.

Angesichts des Gutachtens ist es wahrscheinlich, dass die Anklagebehörde auch die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, seit 1. März „strafrechtliche Unterbringung in einem forensisch therapeutischen Zentrum“ genannt, beantragen wird. Denn die Psychiaterin hat keine optimistische Zukunftsperspektive für Samuel: Er hat ein narzisstische Persönlichkeitsstörung. Es ist zu befürchten, dass er künftig wieder schwerwiegende Straftaten begehen könnte.

Daheim war er unauffällig
Samuel Z., der daheim bei Mutter und Oma nicht gewalttätig auffiel, war eine tickende Zeitbombe, die in der Nacht zum 12. Februar detonierte. Auslöser: Seine Begleiterin, die er seit etwa drei Wochen kannte, wollte nach einem Besuch in einem tschechischen Casino nach einem Zwischenstopp am Heimweg beim Sternstein nicht mehr zurück, um die verlorenen 100…€ zurückzugewinnen. Der Streit im Auto - auch im Casino hatte es Zoff gegeben - eskalierte, Stefanie wollte flüchten, der Wagen blieb aber in einem Schneehaufen stecken. Samuel, für den die Unschuldsvermutung gilt, gestand, sie getötet und liegengelassen zu haben. Den heruntergerissenen Spiegel am Wagen reparierte er am nächsten Tag und gestand seinem Bruder, der die Polizei rief, die Tat.

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