Nach einem nächtlichen Sucheinsatz bargen Zillertaler Bergretter am Dienstag in den frühen Morgenstunden einen verletzten, alkoholisierten Rodler. Brisant: Es war nicht der erste Einsatz für den 24-jährigen Tschechen! Bei den Bergrettern herrscht Unmut über den Mann.
Am Dienstag um 4 Uhr früh ging bei der Bergrettung Zell am Ziller der Alarm ein. Ein tschechischer Rodler (24) war mit einem Arbeitskollegen nach Mitternacht alkoholisiert von einer Hütte im Skigebiet Hainzenberg aufgebrochen und die Rodelbahn talwärts gefahren. Der 24-Jährige kam jedoch nicht im Tal an, sodass sein Kollege mit dem Wirt eines Gasthauses nach ihm suchte – vergeblich.
Seilbahn in Betrieb genommen
„Die Polizei verständigte uns um 4 Uhr, wir sind mit neun Mann sowie einem Hundeführer auf den Berg“, schildert Gerhard Daum, Ortsstellenleiter der Bergrettung Zell. „Dankenswerterweise hat der Skigebietsbetreiber extra die Seilbahn in Betrieb genommen.“
Das Suchgebiet konnten die Einsatzkräfte eingrenzen, dennoch gestaltete sich die Suche schwierig. Gerade als Daum die Kollegen aus Mayrhofen, die über eine Drohne verfügen, nachalarmieren wollte, meldete sich Hundeführer Günther Holaus. Seine belgische Schäferhündin „Mira“ hatte den Tschechen 30 Meter unter der Skipiste im Wald entdeckt. Der Mann war von der Rodelbahn auf die Piste geraten, wo er die Kontrolle über den Schlitten verlor.
Wir haben ihn dann auf die Rodelbahn raufgezogen und im Akia zur Talstation gebracht.
Gerhard Daum, Ortsstellenleiter der Bergrettung Zell
Opfer schwer verletzt
Der Tscheche wies schwere Verletzungen auf, zum Glück befand sich in der Einsatzmannschaft ein Notfallsanitäter, der die Erstversorgung durchführte. „Wir haben ihn dann auf die Rodelbahn raufgezogen und im Akia zur Talstation gebracht“, sagt Daum. Von dort aus flog ihn der Notarzthubschrauber in die Innsbrucker Klinik.
Tscheche schon „amtsbekannt“
Der Tscheche, Mitarbeiter eines Lokals im Skigebiet, war bereits vor rund einem Jahr „Klient“ der Zeller Bergretter. „Wir wurden damals per Notruf zu einer ,hilflosen‘ Person im Skigebiet alarmiert“, schildert Gerhard Daum. Grund der Hilflosigkeit war übermäßiger Alkoholkonsum, beim Betrunkenen handelte es sich um den Tschechen von Dienstagnacht.
Doch damit nicht genug. Erst kürzlich suchten die Bergretter nach Mitternacht stundenlang nach einer abgängigen Person im Skigebiet – vergeblich. Tatsächlich gab es keinen Abgängigen, ausgelöst hat die Suche jene „amtsbekannte“ Gruppe, der der 24-Jährige angehört.
Einsatzkosten vom Vorjahr noch offen
„Das stößt uns sauer auf“, sagt Daum. Noch dazu hat der Tscheche bis heute die Einsatzkosten vom Vorjahr nicht bezahlt. Der Heliflug wird jetzt sicher kein Schnäppchen.
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