Am 25. April 1945 wurden auf dem Peršmanhof bei Bad Eisenkappel elf Menschen ermordet. Zwei Töchter überlebten. Die letzte Überlebende des Massakers wurde nun geehrt.
Wenige Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden vier Erwachsene und sieben Kinder der Familien Sadovnik und Kogoj am Peršmanhof oberhalb von Bad Eisenkappel von Angehörigen des SS-Polizeiregiments 13 ermordet.
Zwei Töchter wurden ebenfalls für tot gehalten, lebten aber - jedoch schwer verletzt. Ana und Amalia Sadovnik wurden erst Tage nach dem Massaker inmitten der Leichen gefunden und ins Spital gebracht. Der Peršmanhof brannte großteils ab. Die überlebenden Kinder verloren somit zugleich ihre Familie und ihr Zuhause.
Anerkennung, die jahrzehntelang verwehrt blieb
Landeshauptmann Peter Kaiser zeichnete Amalia Sadovnik nun mit dem Ehrenzeichen des Landes aus. „Diese Auszeichnung soll den Opfern des Massakers und auch ihren Nachkommen die Würde, Wertigkeit und Anerkennung geben, die der Familie über Jahrzehnte verwehrt wurde“, betonte Kaiser. Für die Ehrung, die auch ein Zeichen des Miteinanders sei, dankte auch Bernard Sadovnik, der Bürgermeister von Globasnitz, der selbst ein Nachkomme der Familie des Peršmanhofes ist.
Uns war wichtig, dass das Unrecht öffentlich wird - das Massaker und das, was danach geschah. Die Ermordeten wurden in einer Nacht-und-Nebel-Aktion begraben. Die Überlebenden wurden verstoßen und nicht anerkannt, von der einen und der anderen Seite
Bernard Sadovnik
Erst 2015 - nach 70 Jahren - trafen sich alle Nachkommen der Peršmanfamilie erstmals mit den damals nur noch zwei überlebenden Opfern für ein nicht öffentliches Gedenken am Hof. Am 18. September 2020 gedachten das offizielle Österreich und das offizielle Slowenien mit den beiden Parlamentspräsidenten erstmals mit den Nachkommen und den beiden überlebenden Opfern des Massakers. Am 18. Juli 2022 erfolgte am Peršmanhof eine Kranzniederlegung mit dem slowenischen Staatspräsidenten Borut Pahor im Beisein von Landeshauptmann Peter Kaiser und der noch letzten Überlebenden, Amalia Sadovnik.
Mittlerweile ist der Hof Gedenk- und Lernort. Ein kleines Museum wurde eingerichtet. Infos: https://www.persman.at/de/der-persmanhof-2/











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