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Thomas und Thomas | Großer und kleiner Kickl

Haben sie eh schon alles gesagt? Nein, auch wenn sie einander schon bei mehreren Diskussionsrunden trafen: Die Spitzenkandidaten für die niederösterreichische Landtagswahl am kommenden Sonntag konnten bei der „Krone“-Elefantenrunde vier Tage davor doch noch überraschen. Beziehungsweise ließen sie sich vom bestdisponierten Moderatorenduo Thomas Mohr (Puls 24) und Thomas Lauber („Niederösterreich-Krone“) überraschen. Thomas und Thomas gelang es wiederholt, die Kandidaten aus der Reserve zu locken. Titelverteidigerin Johanna Mikl-Leitner, der jüngste Umfragen bekanntlich einen herben Absturz von fast 50 auf unter 40 Prozent voraussagen versuchte in den letzten Tagen auf dieser Klaviatur zu spielen, indem sie mit Vehemenz vor einer drohenden rot-blauen Koalition mit einem Landeshauptmann Schnabl von der SPÖ oder Landbauer von der FPÖ warnte. Darauf verzichtete die ÖVP-Landeshauptfrau am Mittwoch fast gänzlich. Dafür suchte sie ihr Heil in einer Vorwärtsstrategie. Angriff als beste Verteidigung. Tatsächlich glauben Insider eher an ein Mikl-Leitner-Ergebnis um die 42 bis 44 Prozent als an die miserablen Umfragen. In der Annahme, dass die Niederösterreicher letztlich doch lieber das ihnen Vertraute wählen.

Großer und kleiner Kickl. Er nannte sich - wie er später ergänzte „ironisch“ - die „rote Hanni“. Aber viel Mikl-Leitnerisches hat SPÖ-Spitzenkandidat Franz Schnabl nicht zu bieten. Auch in der „Krone“-Elefantenrunde glänzte er weder durch Ansage noch Ausstrahlung. Er wird nach der Wahl einen braven ÖVP-Koalitionspartner abgeben - falls sein Absturz nicht so dramatisch ausfällt, dass er von seiner Partei davongejagt wird. Hatte man bei den einschläfernden Wortmeldungen Schnabls die Augen geschlossen und ließ sie bei Udo Landbauer, dem Spitzenkandidaten der Blauen, noch zu, dann meinte man beinahe, Herbert Kickl leibhaftig zu hören. Er spricht wie der Bundesparteiobmann - zum Verwechseln im Ausdruck, im Inhalt. Das Programm des kleinen und des großen Kickl (wer ist nun wer?): gegen „Klimahysterie“, Corona-Regeln und Russland-Sanktionen. Das reicht vermutlich für einen Wert über 20 Prozent. Aber nicht für den Landeshauptmannsessel. Und die beiden Spitzenkandidatinnen der Opposition, die im Proporz-Landtag nicht vertreten sind? Helga Krismer von den Grünen vertritt viele wichtige Anliegen, leistete sich gestern aber einen gehörigen Ausrutscher: Sie vermisst in der ORF-Debatte, dass in der Berichterstattung des Staats-, pardon: Landesfunks Parteien nach ihrer Stärke vertreten sind. Proporz-TV - das scheint der grüne Wunsch zu sein. Und Indra Collini, Spitzenkandidatin der Neos, bekam von der Landeshauptfrau ihr Fett ab - weil sie auch Frauen kritisiert. Das tut Johanna Mikl-Leitner „weh“. Ansonsten tun ihr die Neos eher nicht sonderlich weh - außer sie jagen der ÖVP zu viele Stimmen ab. Aber, siehe oben: Wetten, dass die Landeshauptfrau-Partei über 40 Prozent landet?

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

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