Guten Morgen

Eiskalt erwischen | Niederwalzen

Eiskalt erwischen. Wenn der Gesundheitsminister und der Bundeskanzler via „Krone“ verkünden, dass die Pandemie, die uns so lange gefesselt hat, beendet sei und daher demnächst auch die allerletzten gesetzlichen Fesseln fallen werden - dann bekommen sie dafür nicht nur Applaus. Katharina Reich etwa, die von der Regierung eingesetzte Chefin der GECKO-Kommission warnt, dass die Pandemie noch nicht zu Ende sei.  Mikrobiologe und Corona-Experte Ulrich Elling sagt, dass feststünde, dass das Problem bleiben werde, weshalb er für Pandemiegesetze plädiert. Die aktuellen Gesetze seien, wie es Elling formuliert, „mit heißer Feder geschrieben“, deshalb sei es sinnvoll, sie grundlegend zu überarbeiten. Und Elling warnt in diesem Zusammenhang: „Aber sie komplett abzuschaffen halte ich für falsch.“ Es brauche ein „allgemeines, vernünftiges Gesetz und vor allem die funktionierenden Strukturen dazu“. Sollte dies nicht geschehen, dann, so meint der anerkannte Experte, „wird es uns wieder eiskalt erwischen“. Übrigens nicht mit einer neuen Corona-Variante aus China, sondern, wie Elling meint, aus New York - die breite sich schon aus. Schöne Aussichten. Hoffen wir, dass jene recht behalten, die meinen, es bestünde keine Gefahr mehr.

Niederwalzen. Das Dorf Lützerath - es hat in den vergangenen Tagen über die Grenzen Deutschlands hinaus Berühmtheit erlangt. Dort wollten überwiegend junge Klimaaktivisten verhindern, dass der Ort niedergewalzt wird, um großflächig umweltschädliche Braunkohle abzubauen. Am Wochenende verjagten nun Polizeitrupps die Aktivisten mit brachialer Härte - diesem Thema widmet sich heute in der „Krone“ Claus Pándi in seinem Kommentar. Er findet, dass die Szenen aus Lützerath stark an die Räumung der Hainburger Au im Dezember 1984 erinnerten und schreibt: „Auch damals erkannte eine rückwärtsgewandte Regierung die Zeichen der Zeit nicht.“ Die deutschen Methoden gegen die Aktivisten seien brandgefährlich, derartigen Aktionen seien oft der Anfang von Radikalisierungen. Pándi: „Das sollte Karl Nehammer eine Warnung sein. Als Vater von zwei Kindern im Teenageralter wird er wohl kein Leugner des Klimawandels sein. Kluge Behutsamkeit in der Auseinandersetzung mit den vielleicht moralisch arroganten, aber harmlosen Klebeaktivisten brächte mehr.“ Doch der Kanzler wirke machtlos, sei eingeklemmt zwischen Niederösterreichs ÖVP, die sich von einer „harten Kante“ Stimmen bei den Landtagswahlen erwarte, „und einer uralt denkenden Industriellenvereinigung, die den Ton angibt“. So ginge das weder für die Wirtschaft noch für die Umwelt gut aus. Ja, das ist wirklich zu befürchten!

Kommen Sie gut durch den Montag!

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