Oberösterreichs Landesrechnungshof versucht komplexe Berichte auf leichter lesbare Versionen „einzudampfen“. Das sorgt auch bei gestressten Journalisten für Erleuchtung.
Prüfberichte vom Landesrechnungshof sind oftmals schwieriger Lesestoff, das liegt wohl in der Natur der Sache. Darum bemüht sich die oberösterreichische Prüfinstanz, für „normale“ Menschen relevante Prüfergebnisse nicht als Denksportaufgabe (siehe Karikatur), sondern in „verständlicher Sprache“ oder gar in noch verständlicherer „leichter Sprache“ zu veröffentlichen. Das hat in den zehn Jahren von Direktor Friedrich Pammer begonnen und wird unter dem neuen Chef Rudolf Hoscher (in der Karikatur) gewiss intensiviert, hoffen wir.
Neun statt 99 Seiten
Zuletzt wurde der Prüfbericht über die Wohnbeihilfen auch in einer Version in „verständlicher Sprache“ (für Experten: Sprachniveau B1) verfasst und dafür von 99 auf neun Seiten „eingekocht“. Was dabei herausgekommen ist, hilft – ganz unironisch gesagt – auch Journalisten bei der Berichterstattung.
Glasklare Kurzversion
Da wird im komplexen Originalbericht zum Beispiel vorgeschlagen, für Menschen mit Wohnbeihilfenbedarf eine Mitwirkungspflicht anzudenken, nämlich „die eigene Wohn- mit der Finanzsituation in Einklang zu bringen bzw. eine adäquate Mietsituation zu schaffen“. Aber was soll das heißen? In der leichten Kurzversion wird’s glasklar: „Das bedeutet: Sie sollen sich eine kleine Wohnung suchen. Aber nur, wenn man es ihnen zumuten kann."
Spannende Prüfungen
Der LRH hat einige spannende, aber wiederum sehr herausfordernde Prüfungen am Laufen – Abfallwirtschaft, Wintertourismus, Raumordnung, Alten- und Pflegeheime der Gemeinden. Auch ich als Redakteur bin gespannt auf leichte Versteh-Hilfen!
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