Astro-Frage

Gab es den Stern von Bethlehem wirklich am Himmel?

Kultur & Freizeit
21.12.2022 17:00

Zu jeder Krippe gehört der Stern von Betlehem. Aber gab es das Himmelszeichen mit dem Schweif, das den Stall anzeigte, tatsächlich? Der Linzer Astro-Fotograf Dietmar Hager bezweifelt es.

„Ich glaube nicht, dass es sich beim biblischen Stern überhaupt um einen Stern handelte“, meint Dietmar Hager. Der Linzer Handchirurg betreibt Astrofotografie auf höchstem Niveau und sagt: „Junge, heiße Sterne haben eine klare Aufgabe: Sie erzeugen aus Wasserstoff schwere Elemente, damit daraus später das Universum Planeten bauen kann.“

Tausende Lichtjahre entfernt
Bewegen tun sie sich freilich auch. „Doch für uns Menschen ist ihre Reise durchs All fast nicht wahrnehmbar, weil alles viel zu weit weg ist“, untermauert er seine Zweifel.

Bibel durch die Augen des Astronomen
In der Bibel bei Matthäus heißt es: Der Stern, den sie bei seinem Aufgang beobachtet hatten, zog vor ihnen her, bis er schließlich über dem Ort stehen blieb, wo das Kind war.

Sind Planeten schuld?
Hager folgert, „dass sich etwas bewegt hat und dann stehen blieb. Es könnte sich um eine ,Große Konjunktion‘ gehandelt haben. Dabei kommen sich die Planeten Saturn und Jupiter so nah wie selten und erscheinen uns als einziger großer Stern. In Verbindung mit dem Zodiac-Licht bildet das optisch einen Schweifstern.“

Seltenes Ereignis am Himmel
Für diese Theorie spricht auch, dass „Planeten tatsächlich manchmal scheinbar stehen bleiben, ja sogar die Richtung wechseln.“ Und man hat in früheren Jahrhunderten Planeten als „Wandelsterne“ bezeichnet. 
Schon Johannes Kepler konnte der These von der „Großen Konjunktion“ etwas abgewinnen. Das seltene Ereignis ist erst 2080 wieder sichtbar.

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