Zehnjähriger leidet an wenig erforschter aber sehr aggressiven Form des Lymphdrüsenkrebs. Trotz sechs Chemoblöcken und Stammzellen-Transplantation nimmt sein Leiden kein Ende - die „Krone“-Familie hilft, einige Sorgen zu nehmen.
Der zehnjährige Fabio aus Steyr war ein stets lustiger und zu sympathischen Späßen aufgelegter Bub, der aufgrund seines fröhlichen Wesens bei den Kindern und Erwachsenen in seiner Siedlung sehr beliebt war. Mit Begeisterung besuchte er, wie Bruder Mateo (14), das Judotraining. Sein großer Berufswunsch: Medizin zu studieren, um einmal Chirurg zu werden.
Starke Schmerzen im Urlaub
Bis zum Vorjahr war Fabio ein gesunder, glücklicher Bub, dem eine aussichtsreiche Zukunft bevorzustehen schien. Doch bei einer Urlaubsfahrt im August 2021 nach Kroatien ging es ihm plötzlich so schlecht, dass die Eltern ihn ins Spital brachten. „Sein Bauch war aufgebläht und gelb“, erinnert sich Papa Milenko (47).
Lebensgefährliche Blutvergiftung
„Blinddarmentzündung“, lautete die Diagnose der kroatischen Ärzte, die im Bauchraum auch eine Flüssigkeit feststellten. Die Familie brach den Urlaub sofort ab und überstellte Fabio ins Klinikum Steyr, wo am 6. August sein Blinddarm und sieben Zentimeter des Dickdarms entfernt wurden. „Wir waren alle erleichtert, aber am nächsten Tag hatte er eine lebensgefährliche Blutvergiftung“, erklärt Milenko.
Burkitt Lymphom
Fabio kam auf die Kinderintensivstation des KUK Linz, wo ein Bluttest verheerende Entzündungswerte bestätigte. Die Ärzte vermuteten ein „Hodgkin Lymphom“. Aber nach 14 Tagen lag der Laborbefund vor: „Burkitt Lymphom“ – ein seltener, wenig erforschter und äußerst aggressiver Lymphdrüsenkrebs. „Er hatte sich im ganzen Bauchraum und auf der Lunge ausgebreitet“, so der Vater.
Chemoblöcke und Stammzellenspende
Bis Jahresende folgten mehrere Operationen und sechs Chemoblöcke. „Die Tumore schienen sich zurückzubilden, wir waren alle optimistisch.“ Bei einer Nachuntersuchung am 19. Jänner hatte der Krebs aber auch das Zwerchfell befallen. Eingriffe dort und auf der Lunge waren unvermeidlich. Die einzige Möglichkeit, dass Fabio überleben kann, war eine Stammzellentransplantation. Zwei zu 100 Prozent mit ihm übereinstimmende Spender wurden in Italien und Deutschland gefunden, doch sie lehnten kurzfristig wieder ab.
Abstoßreaktionen und Blutwäsche
Ein nur zu 90 Prozent mit ihm übereinstimmender Deutscher willigte schließlich ein. Fabio bekam am 14. Juni in Wien dessen Stammzellen transplantiert. „Nach sechs Tagen kam es zu Abstoßreaktionen, die man bis heute nicht in den Griff bekommt. Er hat überall Ausschläge, sein Darm ist von oben bis unten entzündet und voll Blut“, seufzt der Papa. Drei- bis viermal pro Woche ist eine Blutwäsche nötig. Fabio hat auch Lungenprobleme und benötigt künstlichen Sauerstoff.
Sorge vor Knochenmarkuntersuchung
„Ihm ist das Leben extrem wichtig, er kämpft wie ein Löwe und schluckt die Schmerzen. Auch wir denken weiter positiv“, betont Milenko. Vor der Knochenmarkuntersuchung im neuen Jahr zittert er dennoch: „Wir hoffen jetzt alle inständig, dass sich der Krebs nicht auch dorthin ausgebreitet hat.“
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