Aufregung in Traun

Quartier für 100 Asylwerber kommt nicht sofort

Oberösterreich
16.12.2022 07:00

Der Bund teilte der Stadtgemeinde Traun mit, dass auf ehemaligem ÖBB-Areal Unterkunft errichtet werden soll. Die Anrainer sind sehr besorgt. Doch ganz so heiß wird die Suppe offenbar nicht gegessen. Laut der BBU (Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen) es noch, bis der Standort auch wirklich genützt wird.

Diese Post kam nicht vom Christkind: Der Trauner Bürgermeister Karl-Heinz Koll (ÖVP) wurde am Mittwoch schriftlich vom Land über die Errichtung einer Asylunterkunft auf Trauner Stadtgebiet, konkret am ehemaligen ÖBB-Areal in der Zaunermühlstraße am Stadtrand zu Linz, informiert: „Es wurde mitgeteilt, dass 100 schutzsuchende Personen ab Dezember auf unbestimmte Zeit untergebracht werden. Wir als Stadt Traun haben keine rechtliche Handhabe dagegen und werden trotz unserer Resolution hier leider vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt das Stadtoberhaupt. „Uns fehlen alle relevanten Informationen.“

„Ausg´steckt“ ist schon (Bild: Dostal Harald)
„Ausg´steckt“ ist schon

Mehr Polizeipräsenz und eigener Sicherheitsdienst
Koll will die Dienstzeiten der Stadtpolizei ändern, um eine Präsenz in der Zaunermühlstraße zu ermöglichen, auch ein privater Sicherheitsdienst ist angedacht sowie ein Container für Vereine, die Migranten betreuen wollen. Er weiß, dass die Angst der Anrainer – gegenüber liegt eine Siedlung – groß ist: „Mein Handy geht über.“

Auch die Blauen sehen schwarz
Auch die blauen Stadtpolitiker in Traun und Linz sehen schwarz: „Unsere schlimmsten Befürchtungen sind eingetreten“, so Trauns Vizebürgermeister FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr und der Linzer FPÖ-Sicherheitsstadtrat Michael Raml. Mahr sagt: „Damit werden sämtliche Bedenken der Anrainer, der Stadt, der Einsatzkräfte und der Politik einfach ignoriert“. Bitterer Nachsatz von Mahr. „Wir haben in Traun eh schon mehr als genug Ausländer.“

Zitat Icon

Wir haben in Traun eh schon mehr als genug Ausländer

Trauns Vizebürgermeister FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr

Interessant ist auch, was Thomas Fussenegger, Head of Communication bei der BBU (Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen), sagt. Die BBU ist für die Versorgung von hilfs- und schutzbedürftigen Fremden zuständig: „Die Liegenschaft in Traun ist eine von vielen, die wir auf unserer Shortlist haben. Derzeit steht eine Inbetriebnahme nicht im Raum, weil man dort ja vorher jede Menge an baulichen Maßnahmen machen muss. Es wird dort wohl eine Unterkunft hinkommen, aber nicht gleich“, so Fussenegger.

„Herbergssuche“ wird immer schwieriger
Schuld an dem Polit-Wirbel sei das OÖ. Landesgesetz, das eine sofortige Information des Bürgermeisters vorsehe und gleichzeitig dessen baurechtlichen Befugnisse einschränke. Die Quartiersuche werde wegen dem Florianiprinzip immer schwieriger.

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