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EU als WM-Verlierer | Ende besiegelt

EU als WM-Verlierer. Alles dreht sich um Katar. Die Skandal-WM im schmutzigen Golfstaat - sie sorgt zwar unter anderem mit dem Ausscheiden der Mit-Favoriten Brasilien, Portugal und schon zuvor auch Deutschland, Belgien und Dänemark für Aufsehen. Während mit Marokko erstmals ein afrikanisches Land ins Halbfinale vorstieß. Aber der Sport kann die schweren Menschenrechtsverletzungen in Katar und die Korruption im Golfstaat nicht überdecken. Ganz im Gegenteil: Aus Katar gesteuerte Korruption bringt nun auch die EU schwer in Misskredit. Die belgische Polizei nahm wegen „bandenmäßiger Korruption und Geldwäsche“ Eva Kaili, die griechische Vizepräsidentin des EU-Parlaments, und vier Italiener fest, darunter Kaili Lebensgefährten, Mitarbeiter der sozialdemokratischen Fraktion im EU-Parlament. Dabei geht es um den Verdacht, dass der Golfstaat Katar versuchte, die EU-Gesetzgebung zu beeinflussen - mit Geschenken, vor allem aber hohen Geldsummen. Das scheint bei Kaili gelungen zu sein. Im November sagte sie im EU-Parlament, die WM in Katar sei „ein konkreter Beweis dafür, wie Sportdiplomatie zu einer historischen Transformation eines Landes führen kann, dessen Reformen die arabische Welt inspiriert haben“. Was für ein Schmarrn! Und sie lobte sogar, Katar sei „führend bei den Arbeitsrechten“.  Gleichzeitig warf sie EU-Abgeordneten, die Kritik an Katar geübt hatten, vor, das WM-Ausrichterland zu „drangsalieren“ und korrupt zu sein. Jetzt erfahren wir, wer wirklich korrupt ist - es sind wieder einmal jene, die laut „Korruption“ schreien. Das, was da jetzt bekannt wird - es ist ein Schock, wie auch „Krone“-Kolumnist Kurt Seinitz heute schreibt. Er formuliert: „Was Ärgeres hätte der EU gar nicht passieren können: Sie hat ihre  Unschuld verloren. Sie  ist von  Korruption unterwandert.“ Ja, was da  an die Oberfläche gespült wird - es wird das europaweit ohnehin so geschwächte Vertrauen in die Politik und die Institutionen weiter schwächen. Und so sind nicht nur viele EU-Länder große Verlierer der Katar-WM. Sondern, viel schlimmer noch: Vor allem die EU selbst. 

Ende besiegelt. Totgesagt - das wurde die türkis/schwarz-grüne Koalition vielfach. Doch selbst den Abschuss des türkisen Kanzlers Kurz durch den Partner im Vorjahr hat sie überlebt. Dieser Tage wurde der baldige Bruch dieser seltsamen Ehe zwischen zwei Partnern, die so gut wie keine gemeinsamen Interessen haben, neuerlich herbeigeschrieben. Tatsächlich blockieren einander die Partner, wo immer es möglich ist. Das bei der Regierungsbildung versprochene „Beste aus beiden Welten“ schrumpfte in der Realität auf die kleinsten Schnittmengen. In vielen für die eine oder andere Seite essenziellen Fragen wie etwa Klimaschutzgesetz, versprochene Transparenz, Erneuerbare-Wärme-Gesetz oder Neuregelung des Arbeitslosengeldes findet man nicht zueinander. Nun noch das Zerwürfnis um die schwarz-türkise Schengen-Blockade! Und doch verbindet die Partner aus so unterschiedlichen Welten, wenn nicht sogar Galaxien, eines: das gemeinsame Interesse am Machterhalt. Und dieses Interesse trägt die Koalition wohl noch ein Weilchen. Doch das Ende ist besiegelt: Nach den nächsten Nationalratswahlen wird diese Ehe geschieden. Und das liegt nicht allein daran, dass die beiden Parteien dann von einer gemeinsamen Mehrheit Lichtjahre entfernt sein werden. Sondern daran, dass diese beiden Galaxien schier unvereinbar sind. 

Kommen Sie gut durch den Sonntag!

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