Der große Burgschauspieler Nicholas Ofczarek wurde unlängst zu seiner Filmrolle des Räuber Hotzenplotz gefragt, wie man die alte Kasperlgeschichte ins Heute holen könne? Ofczareks kluge Antwort: „Als ob das Heute so eine tolle Zeit wäre, dass man es hierher holen muss ...“
Ein guter Stoff sei immer heutig, sagte er noch.
So ist das auch mit „Macbeth“. Von Shakespeare Anfang des 17. Jahrhunderts geschrieben und 250 Jahre später von Verdi vertont. Die Oper mit düsteren Szenen der Intrigen, der Macht und des Wahnsinns ist vielleicht der „Signature Dish“, den Markus Hinterhäuser bei den Salzburger Festspielen servieren wird. Ein gültiger Stoff zu jeder Zeit, weil keine Zeit normal ist.
So wie auch Mozart in der aufkommenden Stimmung zur französischen Revolution den „Figaro“ komponierte. Ein alle Stürme der Geschichte überdauerndes Werk, das noch viel mehr ist als eine Oper über Liebe, Hass und Eifersucht.
Das sind zwei Beispiele des eleganten Programms: Kein Spektakel, sondern feinfühlige Gesellschaftskritik, die klarstellt, dass große Kunst mehr bedarf als die Anbetung des Schönen. Man spürt die Handschrift eines von Zwängen befreiten Intendanten.
Dass Hinterhäuser an Teodor Currentzis festhält, mag viele Motive haben. Das nobelste ist sicher, dass Currentzis zu den interessantesten Dirigenten der Gegenwart zählt. Und auf den Kulturseiten werden keine Charakterfragen verhandelt. Das geschieht später, wenn wir die Flughöhe der Adler erreicht haben.
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