Istanbul kontrolliert

Kein Waffenschmuggel in Getreideschiffen bekannt

Ukraine-Krieg
17.11.2022 16:10
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Donnerstag wurde das Getreideabkommen zwischen der Ukraine, Russland, der Türkei und den Vereinten Nationen um mindestens vier weitere Monate verlängert. Kritikerinnen und Kritiker behaupten jedoch, dass die Schiffe in Wahrheit Waffen in die Ukraine transportieren würden. Dem widerspricht jetzt eine Sprecherin des Koordinierungszentrums.

Die Durchsuchungsteams hätten bisher weder unautorisierte Besatzung noch Ladung an Bord der teilnehmenden Schiffe gefunden. Das Koordinierungszentrum JCC in Istanbul organisiert die Kontrollen der Schiffe vor der Hinfahrt über das Schwarze Meer Richtung Ukraine und auf dem Rückweg beim Abtransport des Getreides. Zudem werden die festgelegten Routen technisch überwacht. „(...) Wenn es Abweichungen vom Korridor beobachtet, kontaktiert es (JCC, Anm.) den Kapitän und beantragt eine Kurskorrektur. Alle Schiffe haben diesen Anfragen entsprochen“, sagte die Sprecherin des Koordinierungszentrums.

Vertreter aller Seiten
So müssten die Schiffe einen gewissen Mindestabstand zu anderen Schiffen einhalten und dürften keine anderen Häfen anlaufen als die im Abkommen festgelegten. Im Koordinierungszentrum arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aller beteiligten Seiten: aus der Ukraine, aus Russland, der Türkei und von den Vereinten Nationen. Ziel ist es, dass keine unerlaubte Ladung oder unerlaubtes Personal mit Schiffen in die Ukraine kommt.

Um die Theorie für den Waffenschmuggel zu belegen, wird in den sozialen Medien (z. B. auf einem russischen Propaganda-Blog) derzeit ein Foto als vermeintlicher Beweis verbreitet. Darauf sind ukrainische Soldatinnen und Soldaten zu sehen, die von den USA gelieferte Panzerabwehrraketen entgegennehmen. Mit dem Getreideabkommen hat das Bild laut AP-Informationen nichts zu tun. Das Foto entstand bereits am 11. Februar und somit vor Kriegsbeginn. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur nahm es am Boryspil-Flughafen nahe Kiew auf.

Das Abkommen wurde im Juli beschlossen und soll Ausfuhren von Getreide und anderen Agrarprodukten aus ukrainischen Häfen garantieren.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ukraine-Krieg
17.11.2022 16:10
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung