Die Nachfrage nach Kleinwindkraftanlagen zur Energieerzeugung in Oberösterreich ist offenbar groß. Ein veraltetes Gesetz mit zu strengen Auflagen verhindere aber deren Umsetzung, kritisiert der Umweltlandesrat.
Am Nationalfeiertag wurde in Munderfing im Bezirk Braunau ein Windrad in Betrieb genommen - das erste in Oberösterreich seit sechs Jahren. Windkraft spielt im schaumgebremsten Energiewende-Programm des Landes kaum eine Rolle, in ganz OÖ stehen nur 31 Windräder. Dabei gäbe es durchaus Interesse an der klimaschonenden Form der Energieerzeugung: Wie kürzlich in Teilen der „OÖ-Krone“ berichtet, bittet die Gemeinde Sandl in einer Petition das Land regelrecht um einen Windpark.
„Unzählige“ Anfragen
Doch es muss gar nicht immer die Riesen-Dimension sein: Ein kleines Windrad auf dem Privat- oder Firmendach würde vielen schon reichen. Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) bestätigt, dass er mit Anfragen von „unzähligen“ Landsleuten konfrontiert ist, die derartige Mikrowindanlagen errichten möchten.
Anlage auf Betriebsdächern
Einer von ihnen ist Wolfgang Niederländer. Der Geschäftsführer von Hofmann Industrieofenbau in Hellmonsödt (Bezirk Urfahr-Umgebung) möchte gleich mehrere solcher Anlagen auf seinem Betrieb installieren - als Ergänzung zu dem bereits auf dem Dach montierten Photovoltaik-Kraftwerk.
Zu hoher Mindestabstand
Allerdings sei das ein Ding der Unmöglichkeit, sagt Kaineder. Schuld seien die „strengen und veralteten, nicht auf den Stand der Technik ausgerichteten Bestimmungen im Oö. Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz“. Diese sehen für Anlagen bis 30 KW generell einen Mindestabstand von 100 Metern zu Bauland gewidmeten Flächen vor. Das bedeutet, dass für Mikrowindkraftanlagen mit etwa 500 Watt, die auf dem Dach montiert werden können, dieselben Abstandsbestimmungen wie für 30-KW-Anlagen gelten, die üblicherweise auf Masten bis zu 40 Metern Höhe installiert werden.
Eine völlig überzogene Regelung, die darauf aus ist, Kleinwindkraft so gut es geht komplett zu verhindern. Es braucht schleunigst eine Anpassung der Abstandsregelungen auf kleinere Anlagen in unterschiedlichen Abstufungen.
Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne)
Gesetzesänderung gefordert
„Eine völlig überzogene Regelung, die darauf aus ist, Kleinwindkraft so gut es geht komplett zu verhindern“, ereifert sich Kaineder. Er appelliert an den zuständigen Energielandesrat Markus Achleitner (ÖVP), das Gesetz anzupassen und die Abstandsregeln für Kleinwindkraft zu adaptieren.
Achleitner prüft
Aus Achleitners Büro heißt es dazu: Mit der Abstandsregelung sollen mögliche Beeinträchtigungen von Anrainern verhindert werden. Es werde aber derzeit geprüft, „ob aufgrund technologischer Weiterentwicklungen auch ein geringerer Mindestabstand möglich wäre“.
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