Etliche Gemeinden in Oberösterreich würden sich gegen extragroße Windräder wehren - Sandl im windigen Böhmerwald ist anders: Der Gemeinderat, mit Bürgermeister Gerhard Neunteufel an der Spitze, hat eine Resolution zum „Ausbau der naturverträglichen Windenenergie als wichtigen Teil der unabdingbaren Energiewende“ ans Land Oberösterreich geschickt. Das Besondere: Das ist nicht bloß ein allgemeiner Appell, sondern Sandl bietet sich dezidiert als Standortgemeinde an.
„Wir können die Vorgabe (des Landes Oberösterreich) nicht nachvollziehen, dass in unserem Fall weitläufig unbesiedelte Gebiete entlang der tschechischen Staatsgrenze als Ausschlusszone für Windenergie deklariert sind“, heißt es im Text der Resolution, die im Petitionsausschuss des Landtags landete.
Windkraft-Masterplan soll überarbeitet werden
Auch landespolitisch gibt’s Verständnis für den Vorstoß der Sandler. SPÖ-Klubvorsitzender Michael Lindner hat sich vor Ort ein Bild gemacht, gemeinsam mit Bürgermeister Neunteufel (ebenfalls SPÖ) und Mitarbeitern des Forstgutes Rosenhof. Er hält es für unverständlich, dass die Windkraft dort keinen Platz finden soll: „Es braucht eine rasche Überarbeitung des Windkraft-Masterplans aus 2017, um die Energiewende schnellstmöglich voranzutreiben. Wenn sich eine Gemeinde wie Sandl geschlossen für Windenergie ausspricht, dürfen ihr keine Steine in den Weg gelegt werden. Erst recht nicht, wenn so ein weitläufiges und unbesiedeltes Gebiet zur Verfügung steht!“
Das erste Windradl seit sechs Jahren
Es geht in Oberösterreich bei der Windkraft eh äußerst „zach“ voran: Das neue Windrad in Munderfing im Innviertel, das jetzt ans Netz ging, ist das erste seit sechs Jahren. „Und dass in unserem Bundesland überhaupt nur 31 Windräder stehen, ist ein Armutszeugnis“, macht auch Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) Wind für mehr Windkraft.
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