Hohe Abschlüsse: Angesichts der hohen Forderungen bei den aktuellen Lohnrunden, die großteils bei über 10% liegen, fragt man sich, ob es jemals so hohe Abschlüsse gab. 1981 endete die Metaller-Runde mit einem Plus von 8,2%, bei einer Inflation von 6,8%. Die berühmte „Benya-Formel“, wonach die Abgeltung der Inflation plus die Produktivitäts-Steigerung Basis für Lohnerhöhungen sind, kam laut Wifo ab den 70er Jahren zur Anwendung. Blickt man weiter zurück, findet man „Ausreißer“ wie z. B. im Jahr 1965. Mit +14,5% gab es (für Spitzen-Facharbeiter) damals den höchsten Abschluss überhaupt, und das bei nur 5% Teuerung.
Hohe Streiklust: Bei den Metallern wird fast jedes Jahr mit Streik zumindest gedroht. Den letzten „echten“ Streik gab es vom 9. bis 12. Mai 1962. In jüngerer Vergangenheit wurde 2013 ein solcher angekündigt, man einigte sich aber kurz davor. Zu Betriebsversammlungen bzw. Warnstreiks kommt es öfter, zuletzt im Vorjahr an drei Tagen im November. Schließlich schaffte man in der fünften Verhandlungsrunde eine Einigung.
Hoher Anspruch: Die Metaller-Lohnrunde gibt üblicherweise die Richtung für die anderen Abschlüsse vor. Für die Gewerkschaft ist sie auch deshalb wichtig, weil sie in diesen Branchen gut organisiert ist und sich Proteste gut orchestrieren lassen. Am Montag wird wieder weiterverhandelt. Dass es schon nach der 2. Runde Betriebsversammlungen gab, hat die Stimmung nicht gerade verbessert.
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