Keine Masken- und keine Testpflicht mehr - so starten ab nächster Woche die Schulen ins neue Unterrichtsjahr. Für Komplexitätsforscher Peter Klimek ist das auch vertretbar. Denn strengere Sicherheitsmaßnahmen in den Schulen hätten nur einen überschaubaren Effekt. Der Grund: In der breiten Gesellschaft gibt es fast nirgends mehr Maskenpflicht. Es wird auch kaum noch getestet.
„Seit Omikron ist Screening mit Testen nur noch mit sehr großem Aufwand sinnvoll, von daher würde das vielleicht sogar eine falsche Sicherheit vorgaukeln.“ Dazu komme, dass Kinder in der Regel die am wenigsten vulnerable Gruppe sind, so Klimek, der auf die hohe Übertragbarkeit der Omikron-Variante hinweist.
Man müsse die Debatte darüber, welche Maßnahmen an den Schulen sinnvoll sind, außerdem mittlerweile anders führen als vor einem Jahr: Schulen seien früher u.a. deshalb anders behandelt worden als andere Bereiche der Gesellschaft, weil über diesen Weg oft Infektionen in die Haushalte und damit zu Personen mit einem höheren Risiko für schwere Verläufe gelangt sind. Mittlerweile könne man dieses Risiko aber auf eine andere Art mindern (Impfungen, Therapien).
„Bei Infektion ist es sinnvoll, zu Hause zu bleiben“
Sinnvoll sei es aber freilich, bei einer Infektion zu Hause zu bleiben, „wie man es bei jeder anderen Infektionskrankheit auch tun würde“, betont Klimek im Gespräch mit der APA. Die Vorgaben des Bildungsministeriums sehen hingegen vor, dass symptomlose infizierte Schüler und Lehrer mit FFP2-Maske am Unterricht teilnehmen dürfen. Bei einer veränderten epidemiologischen Lage wäre aus Klimeks Sicht Maskentragen die erste Möglichkeit nachzuschärfen. Bereits jetzt haben mehrere Bundesländer angekündigt, an den Pflichtschulen, wo sie die Dienstgeber der Lehrer sind, den Einsatz von infizierten Pädagoginnen und Pädagogen zu untersagen.
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