GUTEN MORGEN

Multiorganversagen | Rot-schwarze Wolke

Multiorganversagen. Es sind schier unvorstellbare Summen, die seit Sonntag Abend rund um die akute Finanzmisere der Wien Energie genannt werden. Da war zunächst davon die Rede, der stadteigene Energieversorger benötige rasch 1,7 Milliarden Euro, um an den Strombörsen handlungsfähig zu bleiben. Am Montag hieß es dann, dass die Stadt bereits im Juli und in der letzten Woche mit jeweils 700 Millionen Euro ausgeholfen habe. Dann wurde der Inhalt des Bettelbriefes des Wiener Finanzstadtrates an den Finanzminister bekannt. In dem am Montag verfassten Schreiben ersucht der SPÖ-Stadtrat um die Bereitstellung von bis zu sechs Milliarden Euro, davon zwei Milliarden noch sofort am selben Tag. Wie es zu einem derartigen plötzlichen Finanzbedarf kommen kann? „Bei allem Verständnis für die fatalen Auswirkungen der Preissteigerungen bei Öl und Gas: In großen Unternehmen gibt es üblicherweise eine Liquiditätsplanung und ein Risikomanagement“, kommentiert dieses Desaster „Krone“-Wirtschafts-Chef Dr. Georg Wailand und meint, „in der Medizin würde man das als Multiorganversagen bezeichnen“. Wer wird wohl für dieses Multiorganversagen büßen müssen - außer den Steuerzahlern?

Rot-schwarze Wolke. Ihre Partei im Steigflug, sie selbst gerade Favoritin als nächste österreichische Bundeskanzlerin - Pamela Rendi-Wagner im ORF-Sommergespräch in ihrer bisher besten Phase hätte das werden sollen. Doch dann schob sich vor die über Rendi-Wagner strahlende Sonne eine tiefschwarze Gewitterwolke. Oder müsste man treffender sagen: eine rote Wolke? Das Finanzdesaster im SPÖ-geführten Wien nahm natürlich zentralen Raum im Interview ein. Rendi-Wagner versuchte ihre Wiener Parteifreunde und gleichzeitig wichtigsten innerparteilichen Stützen maximal zu verteidigen. Schuld an der Misere also in ihren Augen bzw. Worten natürlich nicht die rote Stadtpolitik, sondern die türkis-grüne Bundesregierung, die EU und sonstwer. Doch so leicht wegwischen wird das (siehe oben) rote Multiorganversagen weder die rote Wiener Führungsriege noch die rote Bundesspitze. So legt sich eine rot-schwarze Wolke über den vermeintlichen Erfolgslauf Rendi-Wagners, auf ihre Ambitionen, schon in absehbarer Zeit als Kanzlerin bei Sommergesprächen aufzutreten. Nicht auszuschließen, dass auch sie das Wiener Multiorganversagen büßen muss.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit

Mehr Nachrichten

Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung