„Panzer ist Mordwaffe“

Tallin will sowjetische Denkmäler abbauen

Ukraine-Krieg
04.08.2022 18:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Estland beschloss die Regierung, sämtliche sowjetische Denkmäler zu demontieren oder zu verlegen. Laut Ministerpräsidentin Kaja Kallas gibt es etwa 200 bis 400 sowjetische Denkmäler im Land. Zuletzt wurde vor allem über ein Panzer-Monument nahe der russischen Grenze debattiert.

Nahe der estnisch-russischen Grenzstadt Narva im Osten Estlands versammelten sich am Mittwochabend mehrere Dutzend Menschen, nachdem es Gerüchte gegeben hatte, dass das dort befindliche Kriegsrelikt entfernt werden sollte. „Ein Panzer ist eine Mordwaffe, er ist kein Erinnerungsobjekt. Und mit denselben Panzern werden gegenwärtig auf den Straßen der Ukraine Menschen getötet“, sagte Ministerpräsidentin Kaja Kallas. Zudem gebe es unter dem Denkmal keine Kriegsgräber. 

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Ein Panzer ist eine Mordwaffe, er ist kein Erinnerungsobjekt.

Kaja Kallas, Estlands Ministerpräsidentin

Die Verwaltung der Stadt, die ungefähr 60.000 Einwohner und Einwohnerinnen hat, hatte sich zuvor jedoch gegen eine Verlegung des Sowjetpanzers ausgesprochen. Sie will nun das Gespräch mit der Regierung suchen. Diese kündigte am Donnerstag an, sämtliche sojwetische Denkmäler abzubauen oder zu verlegen. „Die Hauptsache ist entschieden - sowjetische Denkmäler müssen aus dem öffentlichen Raum entfernt werden, und das werden wir so schnell wie möglich tun“, hieß es von Kallas. Der Zeitpunkt und die Reihenfolge würden von der Bereitschaft sowie logistischen Planungen der Städte und Gemeinden abhängen.

Bevölkerung unterstützt Ukraine-Krieg teils
Laut Umfragen unterstützt die Bevölkerung Estlands den Kurs des russischen Präsidenten Wladimir Putin beziehungsweise den Krieg in der Ukraine zum Teil. Das Land war im Zweiten Weltkrieg abwechselnd von der Sowjetunion und Deutschland besetzt. Nach Kriegsende blieb der Staat bis 1991 unfreiwillig Teil der Sowjetunion. Bis heute besteht die Bevölkerung zu etwa einem Viertel aus ethnischen Russen und Russinnen, die häufig auch familiäre Bindungen nach Russland haben.

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