Nach Preiserhöhung

Verbund droht Prozessflut wegen teurer Wasserkraft

Eine Linzerin ist Vorreiterin: Sie klagt ihren Energielieferanten  Verbund wegen der  Strompreiserhöhung von 163 Prozent, obwohl sie laut Vertrag Strom aus 100 Prozent Wasserkraft bezieht. Die „Krone“ berichtete - und löste damit womöglich eine österreichweite Klageflut gegen den Energieversorger aus.

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Beim Anwalt der Linzerin, Michael Poduschka, sind am Montag die Telefone heiß gelaufen: „Bis zum Nachmittag haben sich150 Stromkunden gemeldet, die ebenfalls klagen wollen. Die meisten beziehen den Strom vom Verbund. Zwölf Klagen sind fertig und gehen sicher noch diese Woche raus.“

Beim Verbund gab man sich am Montag ahnungslos zum konkreten Fall der Linzerin. Anwalt Poduschka rät dem Unternehmen zur Nachschau im Postfach. „Wir haben am Mittwoch eine Mitteilung des Gerichtes erhalten, dass mittlerweile ein Schreiben an den Verbund erging.“

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Wenn die Klagen erfolgreich sind, würde das wohl Tausende Stromkunden betreffen. Sie könnten sich dann alle Geld zurückholen. Diese Sache gehört durch ein Gericht überprüft.

Rechtsanwalt Michael Poduschka

„Die Preiserhöhung ist eine Farce: Während die Beklagte die massive Preiserhöhung pauschal mit schwammigen und nichtssagenden Begriffen wie ,schwierige Marktumstände’ und einem ,beispiellosen Anstieg der Energiepreise’ rechtfertigen möchte, verschweigt sie geflissentlich, dass sie ihren Kunden, wie auch der klagendenPartei garantiert hat und garantiert, dass diese nachhaltig erzeugten Strom aus 100 Prozent Wasserkraft beziehen werden“, heißt es in der Klage der Linzerin.

Auch AK kritisiert
Doch der Energiepreis orientiert sich an einem Index, für den der Öl-Gaspreis herangezogen wird. Das hat die Arbeiterkammer bereits im Mai kritisiert.„Dieses Vorgehen ist unverantwortlich. Das ist eine rein virtuelle Kostensteigerung, die nur durch diese Lieferbedingungen entsteht, der aber keine gleichwertige Steigerung der Erzeugerkosten für Strom gegenübersteht“, betonte damals AK-Energieexpertin Christina Brichta-Hartmann. Den Verbund koste die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom aus Wasserkraft nicht plötzlich so viel mehr.

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