28.07.2011 16:31 |

Neue Details

Breivik bei Festnahme um ein Haar erschossen

Neue Details rund um die letzten Sekunden des Amoklaufs von Utöya: Noch unmittelbar vor seiner Festnahme sollte Anders Breivik durch Schüsse "unschädlich" gemacht werden. Wie die norwegische Nachrichtenagentur NTB am Donnerstag unter Berufung auf Polizeikreise berichtete, hatten Angehörige der Eliteeinheit bereits auf den Attentäter gezielt, als der entscheidende Befehl kam, die Waffen wieder zu senken.

Erst als sich einer der Polizisten sicher war, dass der 32-Jährige unbewaffnet ist, wurde der Schießbefehl in letzter Sekunde zurückgenommen. Ausschlaggebend sei gewesen, dass Breivik seine Waffen zuvor weit weggeworfen hatte und keinen Sprengstoff am Körper trug, hieß es. Der Attentäter kam, wie bereits am Mittwoch berichtet, mit erhobenen Armen auf die Beamten zu.

Die Zeitung "Aftenposten" meldete, dass die Polizei Breivik dank der Überwachungsvideos aus dem Osloer Regierungsviertel schon vor Beginn des Massakers auf Utöya als Täter identifiziert hatte. In Oslo hatte der 32-Jährige einen gemieteten Kleintransporter mit 500 Kilogramm Sprengstoff geparkt, ehe er in einem anderen Mietwagen zur 40 Kilometer entfernten Insel Utöya weiterfuhr.

In dem NTB-Fernsehbericht hieß es außerdem, dass Breivik schon kurz nach seiner Festnahme versuchte, mit der Polizei zu "verhandeln". Er sei mehrere Stunden in einem Haus auf der kleinen Fjordinsel festgehalten worden, ehe ihn die Polizei in ihre Osloer Zentrale brachte.

Suche nach möglichen Opfern geht weiter
Die Suche nach möglichen weiteren Opfern des Massakers auf der Insel Utöya wird indes an Land beendet, im umliegenden Tyrifjord aber fortgesetzt. Ob und wie viele Vermisste es über die bisher sicheren 68 Opfer hinaus gibt, will die Polizei nicht mitteilen. Medienberichten zufolge wird noch eine Person vermisst. Acht Tote hat der Bombenanschlag in Oslo gefordert, auch hier soll es noch Vermisste geben.

Breivik-Prozess wohl erst im kommenden Jahr
Am Freitag soll der 32-jährige Breivik erneut verhört werden. Der Prozess gegen ihn dürfte hingegen erst im nächsten Jahr stattfinden. Generalstaatsanwalt Tor-Aksel Busch sagte dem Rundfunksender NRK am Donnerstag, der Fall sei so umfassend, dass die Ausarbeitung einer Anklageschrift längere Zeit dauern werde. Die Anklage könne "frühestens zum Jahreswechsel" erhoben werden.

Busch betonte: "Aus Respekt vor den Toten und die Angehörigen muss der Täter für jede einzelne Tötung Rechenschaft ablegen." Als Vertreter der Angehörigen der Opfer hatte der Anwalt Brynjar Meling zuvor ebenfalls gegenüber NRK erklärt, seine Mandaten hofften auf einen Prozess im Herbst. Die meisten seien Eltern getöteter Teenager.

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