25.06.2022 18:40 |

Höchste Warnstufe

Islamistischer Terror in Nachtclub: Oslo geschockt

Nach dem Anschlag auf einen Nachtclub in der Hauptstadt Oslo in der Nacht auf Samstag mit zwei Toten und mehr als einem Dutzend teils schwer Verletzten hat Norwegen die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Die Terrorgefahr wird nun mit Stufe fünf eingeschätzt, bislang galt Stufe 3. Grund: Die Wahrscheinlichkeit einer terroristischen Bedrohung sei „außergewöhnlich“ hoch. Österreichs Bundespräsident zeigte sich am Samstag „tief betroffen“.

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Der norwegische Geheimdienst PST erklärte, die Tat am Samstag in der Hauptstadt werde als islamistischer Terrorismus eingestuft. Nach Polizeiangaben schoss ein Mann, der später festgenommen wurde, am frühen Morgen auf mehrere Menschen in dem bei Homosexuellen beliebten „London Pub“ und auf der Straße davor sowie in einer anderen, nahe gelegenen Bar im Stadtzentrum. 

Täter als „radikaler Islamist“ bekannt
Als mutmaßlichen Einzeltäter nahm die Polizei nur wenige Minuten später einen 42-jährigen norwegischen Staatsbürger iranischer Herkunft fest. Eine vollautomatische Waffe und eine weitere Schusswaffe wurden am Tatort sichergestellt. Der Tatverdächtige war nach Polizeiangaben bereits mit weniger schweren Gewalttaten als „radikaler Islamist“ in Erscheinung getreten und seit 2015 amtsbekannt. Es sei in der Vergangenheit außerdem eine psychische Erkrankung des Mannes festgestellt worden.

Ministerpräsident Jonas Gahr Störe sprach von einem „schrecklichen und zutiefst schockierenden Angriff auf unschuldige Menschen“. „Wir wissen noch nicht, was hinter dieser schrecklichen Tat steckt, aber den queeren Menschen, die Angst haben und trauern, möchte ich sagen, dass wir mit euch zusammenstehen“, sagte er der Nachrichtenagentur NTB.

König Harald erklärte, er und die königliche Familie seien erschüttert über den Anschlag. „Wir müssen zusammenstehen und unsere Werte verteidigen: Freiheit, Vielfalt und gegenseitigen Respekt“, so der 85-jährige Monarch. Die norwegische Polizei, die normalerweise nicht bewaffnet ist, soll nun bis auf Weiteres vorsichtshalber Waffen tragen.

In der stadtbekannten Schwulenbar, die es seit 1979 gibt, brach nach den Schüssen Panik aus. „Viele Menschen weinten und schrien, auch die Verletzten schrien, die Menschen waren verzweifelt und verängstigt - sehr, sehr verängstigt“, sagte ein Augenzeuge. „Mein erster Gedanke war, dass der Pride-Day das Ziel war, und das ist beängstigend.“ Ein Reporter sagte, er sei zum Tatzeitpunkt in der Gegend gewesen und habe gesehen, wie ein Mann mit einer Tasche ankam, eine Waffe herausnahm und zu schießen begann: „Dann sah ich, wie Fensterscheiben zu Bruch gingen, und begriff, dass ich in Deckung gehen musste.“

Die Tat ereignete sich nur wenige Monate nachdem Norwegen den 50. Jahrestag der Entkriminalisierung von Homosexualität gefeiert hatte.

Van der Bellen tief betroffen
Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat sich „tief betroffen“ über den Terroranschlag in Oslo gezeigt. „Ich bin tief betroffen über den Angriff auf unschuldige Menschen in #Oslo gestern Abend. Ein Angriff auf unsere Art zu leben und zu lieben und auf unsere liberale Demokratie“, schrieb der Bundespräsident am Samstag auf Twitter.

„Mein Mitgefühl gilt den Familien und Freund:innen der Opfer“, fügte Van der Bellen hinzu.

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