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W.o. im Westen | Kampf im Osten

Jetzt geht es Schlag auf Schlag: ÖVP-Spitzenpolitiker zu sein, das war auch schon einmal lustiger. Und erfolgversprechender. Günther Platter, ÖVP-Landeshauptmann von Tirol seit knapp 14 Jahren, hatte verkündet, er wolle bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr noch einmal antreten. Er hat es sich doch anders überlegt: keine zehn Tage, nachdem Platters Partei- und Amtskollege aus der Steiermark, der 70-jährige Hermann Schützenhöfer, bekannt gegeben hatte, er werde im Juli sein Amt an seinen „Kronprinzen“ Christopher Drexler übergeben, tat es ihm der Landeschef im Westen gleich: Der seit kurzem 68-Jährige, nächstältester in der Landeshauptmannriege nach Schützenhöfer, wird nur kurz der „Doyen“ unter den Landeshäuptlingen sein. Er gibt w.o. und schlägt den 59-jährigen Wirtschafts-Landesrat Anton Mattle als seinen Nachfolger vor. Der frühere Bürgermeister von Galtür, der sich im Lawinenwinter vor 20 Jahren einen Namen als Krisenmanager machte, soll die ÖVP dann in die Wahl führen, die vom planmäßigen Termin im Februar 2023 auf den Herbst dieses Jahres vorverlegt werden soll. Bis zur Wahl will Platter als Landeshauptmann im Amt bleiben. Zum ältesten Landeschef steigt danach der Salzburger Wilfried Haslauer auf. Auch der 66-Jährige muss sich spätestens im nächsten Jahr einer Landtagswahl stellen. Wenn er nicht dem Beispiel Schützenhöfers und Platters folgt. Denn auch er hätte ein glänzendes Ergebnis aus der Kurz-Ära zu verteidigen.

Kampf im Osten. Längst ist in der ÖVP nur noch weniges sicher. Aber eines ist sicher sicher: Johanna Mikl-Leitner wird zu den nächsten niederösterreichischen Landtagswahlen antreten. Die stehen so wie in Tirol und Salzburg nächstes Jahr an, vermutlich wird im größten Bundesland im Osten Ende Jänner gewählt. Mikl-Leitner, mit 58 Lebens- und erst 5 Landeshauptmann-Dienstjahren noch alles andere als pensionsreif, muss aber ebenfalls ein Kurz-Ergebnis verteidigen. Sie kam 2018 auf knapp 50 Prozent der Stimmen und erreichte im Landtag eine absolute Mehrheit. Es gilt aus heutiger Sicht als ausgeschlossen, als ÖVP-Kandidat ein derartiges Ergebnis wieder zu erreichen. Umso kämpferischer zeigt sich Mikl-Leitner. Sie gibt nun in der Diskussion um Teuerungs-Erleichterungen besonders Gas und treibt die türkis-grüne Regierung zu mehr Tempo und Engagement an. Dabei listet Mikl-Leitner via „Krone“ gleich einen ganzen Anti-Teuerungs-Forderungskatalog auf - von Unterstützungszahlungen für bedürftige Menschen, einem „spürbaren Teuerungsausgleich zur raschen, breiten Entlastung auch für den arbeitenden Mittelstand“ bis zur Erhöhung der Familienbeihilfe. Auch für die Abschaffung der kalten Progression spricht sich die niederösterreichische Landeshauptfrau aus. Manches, davon darf man ausgehen, wird umgesetzt. Ob es reichen wird, der schwer kriselnden ÖVP und Mikl-Leitner wieder Aufwind zu bescheren - das darf bezweifelt werden.

Einen schönen Montag!

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