„Krone“-Kommentar

Fünf Prozent

Kolumnen
04.06.2022 06:00

Vor einem Luxustempel am Wiener Kohlmarkt steht eine Menschenschlange und wartet geduldig auf Einlass. Für ein Minitäschchen werden einige von ihnen locker 1790 Euro hinblättern. Fünf Kilometer Luftlinie entfernt vor einem Sozialmarkt in Erdberg: Auch hier warten Menschen geduldig, bis sie an der Reihe sind. Seit die Teuerung einen Sprung gegen zehn Prozent gemacht hat, wird es für sie immer enger. Brot, Butter, ein bisschen Käse. Hier kostet alles nur einen Bruchteil. Später an diesem Tag werfen Tausende Supermärkte in ganz Österreich unverkaufte, frische Lebensmittel tonnenweise weg. Versiegelt in Plastikkisten, damit „Dumpster“ sie nicht retten können. Ist in Österreich nämlich verboten.

Verrückte Welt. Die feinen Restaurants in den Städten: jeden Abend ausgebucht. Die Suppenküchen der Hilfsorganisationen: bis auf den letzten Platz besetzt. Weiß die eine Hälfte noch, wie es der anderen geht? 50 Prozent der österreichischen Privathaushalte müssen mit weniger als fünf Prozent des Vermögens auskommen. Fünf Prozent der Euro-Millionäre besitzen zusammen fast die Hälfte des gesamten Vermögens. Die Pandemie hat die Superreichen sogar noch reicher gemacht.

Da gibt es ein weltweites Vermögen von über 200 Billionen Euro - das sind 200.000 Milliarden. Und es gibt genug Nahrung, damit niemand auf dieser Welt hungern müsste. Reichtum und Überfluss, halt nur ungerecht verteilt.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele