In "F.3.A.R." schlüpfen Spieler in die Rolle des bereits bekannten Supersoldaten Point Man oder nutzen die unglaublichen Psi-Kräfte seines eigentlich toten Bruders Paxton Fettel, der nun als paranormales Geistweisen existiert, um sich gegen ihre ebenfalls mit Psi-Kräften ausgestattete Mutter Alma zu verbünden. Die Gute hat nämlich, salopp gesagt, einen Braten in der Röhre, der das Ende des Planeten heraufbeschwören könnte.
Während man sich gegen schwer bewaffnete Armacham-Soldaten, Zombie-Bewohner und Höllenhunde wehren muss, drängt sich die Frage auf, ob man den künftigen Nachwuchs beschützen oder Alma nicht vielleicht doch lieber daran hindern sollte, das Kind in die Welt zu setzen.
Wer mit "F.3.A.R." in die Horror-Shooter-Serie einsteigt, wird mit dem Nachvollziehen der Geschichte allerdings so seine Probleme haben und selbst Kennern dürfte es aufgrund der komplizierten Vorgeschichte und teils abgehackter, kryptischer Zwischensequenzen schwer fallen, den Durchblick zu behalten. Dies ist umso überraschender, da mit Regielegende John Carpenter ("Halloween") und Autor Steve Niles ("30 Days of Night") zwei waschechte Profis für die Entwicklung der Videosequenzen und Skripts gewonnen werden konnten.
Noch verblüffender ist allerdings, dass es den beiden Horror-Spezialisten nicht gelingt, für wirkliche Gruselatmosphäre zu sorgen. Reihten sich im ersten Teil noch Gänsehaut und adrenalingeladene Momente aneinander, so herrscht nun fast schon gepflegte Langeweile: Alma erscheint einmal hier als Kind, einmal dort in Erwachsenengestalt, ohne den Spieler jedoch wirklich zu schockieren. Dafür sind die Grusel-Momente schlichtweg zu vorhersehbar. Auch die Angriffe der knochigen Mutantenkreatur, die man nicht töten kann, irritieren mehr als dass sie dem Spieler das Fürchten lehren. Immerhin wird das Rätsel um die ekelige Gestalt im Laufe des Spiels noch gelöst.
Als gruselig ist da schon eher das Leveldesign zu bezeichnen. In acht Kapiteln schießt man sich streng linear durch schlauchartige Areale wie ein Gefängnis, einen Flughafen oder eine Lagerhalle. Gang an Gang und Raum an Raum werden dabei wahllos aneinandergereiht, was schnell Langeweile aufkommen lässt. Einen Höhepunkte gibt es allerdings: den Metzgerei-Abschnitt. Hier baumeln allerlei Kadaver – sowohl tierischen als auch menschlichen Ursprungs – von der Decke, was in Verbindung mit der gelungenen Sound- und Musikkulisse für wohliges Schaudern sorgt.
Die Grafik hingegen bietet noch Platz für Verbesserungen: "F.3.A.R." sieht auf den ersten Blick – vor allem dank der sehr gut gelungenen Zwischensequenzen und Gegneranimationen - zwar nett aus, bei genauerem Hinsehen stechen allerdings die matschigen Texturen unschön ins Auge.
Gespielt wird "F.3.A.R." auf dem PC ganz klassisch: Mit der Maus wird nach links, recht, oben und unten geschaut, mit den Tasten gesteuert. So geht der Point Man mit einem Tastendruck beispielsweise in Deckung, um sich während eines Angriffs der Armacham-Soldaten eine kleine Pause zu gönnen, oder er huscht von Kiste zu Autowrack zu Mauer und so weiter, um sich an seine Gegner heranzuschleichen.
Letztere gehen dank guter KI in Deckung, rufen sich gegenseitig Positionen zu und scheuen auch den Nahkampf nicht. Die im weiteren Spielverlauf verbesserbare Zeitlupenfunktion erleichtert das Kämpfen gegen mehrere Widersacher glücklicherweise um ein Vielfaches, wird allerdings nur selten wirklich benötigt.
Im Online-Multiplayer-Modus warten schließlich vier verschiedene Modi, die auf je drei Maps gespielt werden. Unter anderem gilt es hierbei, sich gegen immer neue und stärker werdende Angriffswellen zu behaupten, vor einer tödlichen Nebelwand zu fliehen, möglichst viele Seelen einzusammeln oder andere Spieler zu verhexen.
Wahres Highlight des Games ist jedoch der Koop-Modus, in dem man – sofern zuvor bereits in der Kampagne bestritten – sämtliche Abschnitte des Spiels als Point Man und Fettel im Duo bestreiten kann. Während der Supersoldat dabei auf seine Zeitlupen-Spezialfähigkeit und Waffen zurückgreifen kann, grillt der untote Bruder seine Gegner mit Energieladungen, saugt sie aus oder nimmt ihre Körper in Beschlag, um sie dann fernzusteuern. Auch eine Schutzhülle gehört zum Repertoire des Psi-Talents, das im Kampf um den Titel "Mamas Lieblingssohn" auf Wunsch jedoch ebenso wie der Point Man auch auf eigene Faust losziehen kann.
Fazit: "F.3.A.R." erschrickt in vielerlei Hinsicht, leider jedoch nicht im positiven Sinn. Matschige Texturen, fades Leveldesign, die nicht nachvollziehbare Story, kaum Spannung, die fehlende Grusel-Atmosphäre und mangelnde Abwechslung lernen Gamer unfreiwillig das Fürchten. Zu viel des Dargebotenen hat man einfach schon in den Vorgängern gesehen. Was übrig bleibt, sind die gute Steuerung, die gelungene KI und die netten Multiplayer-Modi.
Plattform: PC (getestet), Xbox 360, PS3
Publisher: Warner Bros. Interactive Entertainment
krone.at-Wertung: 6/10
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