„Krone“-Kommentar

Riskantes Spiel mit dem Russen-Öl

Wirtschaft
04.05.2022 14:22
Porträt von Manfred Schumi
Von Manfred Schumi

Auf den ersten Blick scheint alles logisch: 44 Prozent der russischen Staatseinnahmen kommen aus dem Verkauf von Öl, nur 13 Prozent macht das Gas aus. Also boykottieren wir das schwarze Gold.

Da es in der EU Länder gibt, die nicht von heute auf morgen ihr Öl woanders einkaufen können, wird es monatelange Übergangsfristen geben, für Ungarn und die Slowakei sogar noch länger.

Möglichkeit, andere Abnehmer zu finden
Das gibt Putin die Möglichkeit, andere Abnehmer zu finden. Schon jetzt fahren immer mehr Tanker nach Asien. Indien gilt als großer Importeur. Die Sorte „Ural crude“ ist aktuell um 35 Dollar je Fass billiger als andere Ölsorten.

Über Umwege wieder auf den Weltmarkt?
Experten warnen davor, dass Indien und andere das russische Produkt auf Umwegen wieder auf den Weltmarkt bringen und so indirekt das Embargo umgehen. Das müsste durch politischen Druck - vor allem aus den USA - schnellstens unterbunden werden.

Denn natürlich schaden wir uns durch den Ölboykott selber. Die Preise für Benzin und Diesel werden weiter anziehen, die Inflation auch. Das wäre nur zu rechtfertigen, wenn das Embargo dramatische Folgen für das Kriegsbudget Putins hätte.

Das wird von manchen bezweifelt. Erstens weil die höheren Preise einen Teil des Mengenverlustes wieder wettmachen. Zweitens weil sich die Russen die rund 500 Millionen Dollar, die sie der Krieg pro Tag kostet, noch lange leisten können. Doch dass die EU zuschaut, weiter Öl kauft und Moskau so hilft, seine Kassen zu füllen, ist für viele ein unerträglicher Gedanke.

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