Angst vor einem Blackout? Ärger über stetig steigenden Energiepreise? Klaus Strasser kennt das nicht! Der Salzburger produziert seinen Strom seit Jahren selbst, sein Haus ist völlig autark. Wie das funktioniert: Der Tüftler setzt auf ein ausgeklügeltes Batteriesystem und die Kraft der Sonne.
„Vergiss es. Das geht einfach nicht!“ Diese Worte hörte Klaus Strasser immer wieder, als er Bekannten und Freunden von seinen ehrgeizigen Plänen erzählte. 2017 erbte der Diplom-Ingenieur ein Grundstück in St. Gilgen und wollte dort seinen Plan vom Eigenheim realisieren.
„Mein Ziel war von Anfang an ein völlig autarkes Haus“, erzählt er stolz. Und in der Tat: Seit dem Jahr 2018 hängt Strasser nicht mehr am Stromnetz. Die rasant ansteigenden Energiepreise entlocken ihm nur noch ein müdes Lächeln.
System wurde zum Patent angemeldet
Möglich machen das mehr als 70 Photovoltaik-Module, die der Tüftler an seiner Hausfassade, auf dem Dach und im Garten seines Anwesens platziert und millimetergenau ausgerichtet hat. Den Solarstrom speichert er in einem ausgeklügelten Batteriesystem, hinzu kommen eine Wärmepumpe und ein Warmwasser-Aufbereiter.
„Ich muss im Winter nicht frieren und mich auch niemals kalt duschen“, betont Strasser. Der Techniker hat die Batterieanlage für sein Haus mit 165 Quadratmetern Wohnfläche selbst geplant, entworfen und entwickelt. Die exakte Zusammenstellung der Module hat der Elektroingenieur mittlerweile gar zum Patent angemeldet. „Das autarke Haus war auch das Thema meiner Diplomarbeit – mein Professor war begeistert“, sagt der Salzburger.
Amortisiert sich das Ganze nach 15 Jahren?
Knapp 70.000 Euro hat ihn die Entwicklung seines eigenen Stromsystems gekostet, hinzu kommen freilich unzählige Arbeitsstunden. „Ich habe für meine Diplomarbeit dynamische Rechnungen aufgestellt. Binnen 15 Jahren sollten sich die Anschaffungskosten amortisiert haben“, ist der Salzburger überzeugt. Sein System sei daher auch für Wohnbauträger durchaus interessant.
Er selbst tüftelt immer weiter, sucht stets nach neuen Verbesserungen. „Das Ganze ist wie ein lebendiges Labor“, grinst Strasser. Denn: „Mittlerweile produziere ich so viel Strom, dass ich ihn – abgesehen von Dezember und Jänner – sogar verschenken könnte.“
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